Nachrichten

Mehr Quereinsteiger/innen in die Kitas?

Kita

Mehr Quereinsteiger/innen in die Kitas?

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat veranlasst, dass jetzt bis zu 33 Prozent der Kräfte ohne eine abgeschlossene Ausbildung als Erzieher/in beschäftigt werden können. Dabei handelt es sich vor allem um Personen, die eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieher/in oder Sozialassistent/innen, die sich noch entschließen, eine Ausbildung zur Erzieher/in anzustreben. Offen bleibt, wie unter diesen Umständen und bei bestehendem Fachkräftemangel der hohe pädagogische Anspruch gewährleistet werden soll. Der Druck und die Verantwortung werden auf die Praxisstellen verlagert.

So wird beispielsweise den Kita-Eigenbetrieben von der Senatsverwaltung unterstellt, dass sie sich nicht genug für die Ausbildung von Fachkräften einsetzen und die angegebene Quote nicht erfüllen. Dieser Vorwurf ist nicht haltbar. Vielmehr werden sie bei der Umsetzung von der Senatsverwaltung allein gelassen. In den letzten Jahren haben die Eigenbetriebe in Eigeninitiative dafür gesorgt, dass die Berufsbegleitenden durch Mentor/innen begleitet werden, Mentor/innen ausgebildet werden, zum Teil die Berufsbegleitenden in den Blockwochen freigestellt werden, die während ihrer Ausbildung stattfinden. Dies ist nicht selbstverständlich, da die Berufsbegleitenden ein ganz normales Arbeitsverhältnis mit dem Träger haben und statt eines Ausbildungsvertrages, integrierten Schulzeiten.

Es müssen dringend verbindliche Standards geschaffen werden, damit die Qualität in den Kitas erhalten bleibt.

ver.di fordert:

  • Beschäftigte, die sich noch in der Ausbildung zur Fachkraft befinden, dürfen nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden, wie es momentan gehandhabt wird. In keinem anderen Berufsfeld sind Auszubildende tatsächliche Stelleninhaber/innen.
  • Eine klare Aufgabenbeschreibung für Quereinsteiger/innen. Daraus würde dann auch hervorgehen, dass eine Anrechnung auf den Personalschlüssel völlig an der Realität vorbei geht, weil sie noch nicht die Aufgaben einer voll ausgebildeten Fachkraft übernehmen können.
  • Eine Anleitung/Begleitung muss gewährleistet werden. Aufgrund des Fachkräftemangels ist dies nicht umsetzbar. Hier müssen Lösungskonzepte her.
  • Intensivere Betreuung durch die Fachschulen. In der Realität ist es häufig so, dass die Verantwortung auf die Praxisstellen abgewälzt wird.

Aus Sicht des ver.di-Fachausschuss Kitas können Qualitätsstandards unter den jetzigen Bedingungen nicht aufrecht erhalten werden. Das Fachkräftegebot darf nicht aufgeweicht werden.