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100 Jahre AWO - 100% TV-L!

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100 Jahre AWO - 100% TV-L!

ver.di geht mit dieser Forderung in den 3. Warnstreiktag bei der AWO in Berlin

Am Montag, den 4. Juli, ruft die Gewerkschaft ver.di die 1600 Beschäftigten der AWO-Gliederungen in Berlin erneut zum Warnstreik auf. An diesem Tag werden auch die Tarifverhandlungen mit der Berlin AWO Tarifgemeinschaft fortgesetzt. Die Verhandlungen laufen seit Anfang des Jahres eher zäh, so dass sich ver.di gezwungen sah, die Beschäftigen nun schon für insgesamt 3 Warnstreiktage vor die Tür zu holen. Die Streikbeteiligung ist hoch – auch am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche waren mehr als 350 Beschäftigte aktiv im Streik und viele Kindertagesstätten und Beratungsstellen der AWO waren an beiden Tagen geschlossen.

„Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Streikbeteiligung und überzeugt, dass die Beschäftigten damit ein deutliches Signal an die Arbeitgeberseite gesendet haben. Wir erwarten nun am Montag ein deutlich verbessertes Angebot“, so Josephine Merkl, zuständige Gewerkschaftssekretärin.

ver.di fordert von der AWO in Berlin einen Stufenplan zur Anpassung an das Tarifniveau des Öffentlichen Dienstes und zwar bis spätestens 2019, wenn die AWO 100 Jahre alt wird. Meike Jäger, Verhandlungsführerin von ver.di, kommentiert dies mit den folgenden Worten:„Es kann und darf nicht sein, dass die Beschäftigten bei einem der größten sozialen Träger Berlins wichtige und wertvolle Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge leisten, aber nicht entsprechend der Eigenbetriebe des Landes Berlin bezahlt werden. Es ist an der Zeit, die immer weiter auseinander klaffende Tarifschere wieder zu schließen. Die Arbeitgeberseite muss sich noch einmal bewegen!“

ver.di kritisiert in diesem Zusammenhang jedoch auch die Berliner Politik, die diesen Zustand durch eine gezielte Ausgliederungsstrategie und prekäre Refinanzierungsverhandlungen mit der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände erst herbei geführt hat. Die Gewerkschaft fordert die Parteien auf, diesen Zustand der Ungerechtigkeit endlich zu beenden und erwartet auch von dieser Seite ein klares Signal, dass zukünftig angemessene Tarifverträge und gute Arbeit entsprechend gewürdigt und gegenfinanziert werden.

Die Verhandlungen finden am Montag, den 4. Juli in der AWO Pumpe, Lützowstraße 42, 10785 Berlin ab 10.00 Uhr statt. Die Beschäftigten werden ab 8.00 Uhr vor Ort sein, um die Verhandlungskommission der Arbeitgeberseite gebührend zu empfangen. Der Streik beginnt mit der Frühschicht und endet mit Ende der Nachtschicht.