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Verschlechterungen im großen Stil bei der Diakonie

Kirchen, Diakonie und Caritas

Verschlechterungen im großen Stil bei der Diakonie

Beschäftigte wehren sich gegen geplante Lohnkürzungen

Die Beschäftigten im  Diakonischen Werk Berlin/Brandenburg, schlesische Oberlausitz (DWBO) wehren sich gegen geplante Lohnkürzungen von Seiten der Arbeitgeber im Rahmen der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). 8074 Unterschriften wurden den Arbeitgebern übergeben, die sich gegen den Lohnklau wenden.

Die Diakonie plant die Kürzung der Jahressonderzahlung (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) einfacher zu ermöglichen. Dadurch sollen die Beschäftigten zukünftig notwendige  Investitionen mitfinanzieren. Beschäftige sollen  indirekt die Gebäude und die Geräte bezahlen in denen bzw. mit denen sie arbeiten.

Nachdem die ArbeitnehmervertreterInnen die Forderungen der Dienstgeber abgelehnt haben, wird nun die sogenannte Schlichtungsstelle angerufen. Im Gegensatz zur Praxis in Tarifverhandlungen, können bei AVR-Verhandlungen Ergebnisse im Rahmen einer Zwangsschlichtung erzwungen werden.

Die Verschlechterungsversuche im DWBO reihen sich ein in Versuche der Diakonie-Arbeitgeber bundesweit, insbesondere im Bereich der Altenpflege, die Löhne abzusenken. Auch hier versuchen die Arbeitgeber ihre Forderungen durch die Zwangsschlichtung durchzusetzen.

„Die Forderungen der Arbeitgeber zeigen, dass auch bei der Diakonie nach knallharten marktwirtschaftlichen Kriterien Unternehmenspolitik gemacht wird. Über die Zwangsschlichtungen können den Beschäftigten Forderungen der Arbeitgeber aufgedrückt werden, ohne dass diese sich, z.B., mit dem Mittel des Arbeitskampfes bis hin zu Streiks dagegen wehren können.“, erklärt der für die Kirchen zuständige Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel. „Die aktuellen Forderungen der Arbeitgeber zeigen einmal mehr, dass die Beschäftigten in der Diakonie gut daran täten, sich dafür stark zu machen, aus dem sog. Dritten Weg auszusteigen und auch bei der Diakonie Tarifverträge durchzusetzen, wie dies in Niedersachsen bereits gelungen ist.“, so Kunkel abschließend.