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Neuer Manteltarifvertrag mit der AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg …

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Neuer Manteltarifvertrag mit der AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg ist zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg

Bei den Tarifverhandlungen über den neuen Manteltarifvertrag mit der AWO-Tarifgemeinschaft konnte am 15. Dezember 2015 eine abschließende Einigung erzielt werden. Der neue Manteltarifvertrag tritt rückwirkend zum 1. Januar des vergangenen Jahres 2015 in Kraft. Von folgenden 8 AWO-Gliederungen im Land Brandenburg wurde der Manteltarifvertrag inzwischen unterzeichnet:

  • AWO Landesverband Brandenburg e.V.
  • AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V.
  • AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.
  • AWO Kreisverband Fürstenwalde e.V.
  • AWO Kreisverband Uckermark e.V.
  • AWO Uckermark Sozial- und Pflege gGmbH
  • AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH
  • Uckermärkische Werkstätten gemeinnützige Gesellschaft mbH

Hier die wichtigsten Eckpunkte des Manteltarifvertrages:
Die wöchentliche Arbeitszeit bei Vollbeschäftigung beträgt durchschnittlich 40 Stunden.

Am 24. und 31. Dezember werden die Beschäftigten unter Fortzahlung des Entgeltes freigestellt, soweit es die betrieblichen Verhältnisse zulassen. Kann die Freistellung aus betrieblichen Gründen nicht erfolgen, muss ein entsprechender Freizeitausgleich spätestens innerhalb von 2 Monaten gewährt werden. Bei Be-schäftigten, die wegen des Dienstplanes an einem gesetzlichen Feiertag oder am 24. und 31. Dezember, sofern sie auf einen Werktag fallen, frei haben, vermindert sich die regelmäßige Arbeitszeit für jeden gesetzlichen Feiertag bzw. für den 24. und 31. Dezember um die dienstplanmäßig ausgefallenen Stunden.

Grundurlaub: 30 Tage (bei einer 5-Tage-Woche) und Zusatzurlaub für Nachtarbeit bis zu 4 zusätzliche Tage (bei einer 5-Tage-Woche), abhängig von der Anzahl der Nachtarbeitsstunden. Nachtarbeit ist die Arbeit von 21 Uhr bis 6 Uhr. Die Zeit des Bereitschaftsdienstes ist keine Nachtarbeit.

Zeitzuschläge pro Stunde:

  • für Überstunden: 25%
  • für Sonntagsarbeit: 25%
  • für Feiertagsarbeit mit Freizeitausgleich: 35%
  • für Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich: 135%
  • für Arbeit am 24.12. und 31.12. ab 6 Uhr: 25%
  • für Nachtarbeit (21 Uhr bis 6 Uhr): 3,50 EUR
  • Zuschlag für Wechselschichtarbeit: 90 EUR monatlich
  • Zuschlag für Schichtarbeit: 35 EUR monatlich


Der Arbeitgeber kann Bereitschaftsdienste außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit anordnen, wenn zu erwarten ist, dass erfahrungsgemäß die Zeit der Arbeitsleistung durchschnittlich 25% nicht übersteigt. Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaftsdienste dürfen – auch zusammen – höchstens zehnmal im Monat angeordnet werden. Mit Zustimmung des Beschäftigten sind mehr Bereitschaftsdienste möglich.

Nach der Anlage 1 zum Manteltarifvertrag ist entsprechend dem Gesetz zur Regelung des allgemeinen Mindestlohns jede Bereitschaftsdienststunde mit 8,50 EUR zu vergüten. Für die Bereitschaftsdienste stehen keine Zeitzuschläge und kein Nachtzuschlag zu. Für jeweils 360 geleistete Bereitschaftsdienststunden in den Nachstunden (21 Uhr bis 6 Uhr) wird ein zusätzlicher Urlaubstag gewährt.

Im November wird eine Jahressonderzahlung gezahlt, wenn man am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis steht und seit dem 1. Oktober ununterbrochen als Beschäftigter, Auszubildender oder Praktikant im Dienst der AWO oder im laufenden Kalenderjahr insgesamt 6 Monate bei der AWO im Arbeitsverhältnis gestanden hat. Die Jahressonderzahlung beträgt 61,6% des durchschnittlichen Tabellenentgeltes einschließlich eventueller Besitzstände nach dem Entgelttarifvertrag für „verheiratete“, für „Kinder“ sowie einschließlich eventueller Vergütungsgruppenzulagen nach dem Entgelttarifvertrag und einschließlich der Nachtdienstentschädigung (Nachtzuschlag) der Monate Dezember des Vorjahres bis Oktober des laufenden Jahres.

Im Juni wird ein Urlaubsgeld in Höhe von 250 EUR, bei Teilzeitbeschäftigung anteilig, gezahlt. Bei einer Beschäftigungsdauer von 25 Jahren wird ein Jubiläumsgeld in Höhe von 140 EUR gezahlt.

Beim Tod des Beschäftigten, der mindestens 1 Jahr beschäftigt war, wird ein Sterbegeld gezahlt. Das Sterbegeld wird für die restlichen Tage des Monats sowie für 2 weitere Monate gewährt.

Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnis voraussichtlich mindestens 6 Monate dauert, haben nach dem Vermögensbildungsgesetzes Anspruch auf eine vermögenswirksame Leistung von 6,65 EUR pro Monat.

Bei Arbeitsunfähigkeit erhalten die Beschäftigten bei einer Beschäftigungszeit von mehr als 3 Jahren mit Beginn der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit einen Krankengeldzuschuss bis zum Ende der 13. Woche der Arbeitsunfähigkeit; bei Beschäftigten mit einer Beschäftigungszeit von mehr als 5 Jahren bis zum Ende der 18. Woche der Arbeitsunfähigkeit. Der Krankengeldzuschuss ist die Differenz zwischen der kalendertäglichen Nettoleistung der gesetzlichen Krankenversicherung zum kalendertäglichen Nettoentgelt. Beim kalendertäglichen Nettoentgelt werden Nachtzuschläge nicht berücksichtigt.

Arbeitsbefreiungen unter Fortzahlung des Entgeltes sind in § 31 des Manteltarifvertrages geregelt. Auslagen für Dienstreisen werden nach dem geltenden Bundesreisekostengesetz erstattet.

Der gültige Entgelttarifvertrag vom 18. Dezember 2014 ist zum 30. Juni 2016 kündbar.

Nach § 1 des neuen Manteltarifvertrages gilt der Manteltarifvertrag automatisch nur für Mitglieder der Gewerkschaft ver.di, die bei einem der AWO-Arbeitgeber beschäftigt sind, die diesen Tarifvertrag unterzeichnet haben.

Mitglieder der Gewerkschaft ver.di erhalten auf Anforderung den Tariftext des Manteltarifvertrages per E-Mail oder gedruckt von ver.di.

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