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Keine Einigung bei Tarifverhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt …

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Keine Einigung bei Tarifverhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg


ver.di hatte einen neuen Kompromissvorschlag vorgelegt

Bei der 7. Verhandlungsrunde bei den Tarifverhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) – Tarifgemeinschaft Brandenburg am Dienstag, den 28. März 2017 ist es zu keine Einigung gekommen.

Seit Anfang November 2016 verhandelt die Gewerkschaft ver.di für die rund 2500 Beschäftigten, die in den Betrieben der Tarifgemeinschaft Brandenburg der Arbeiterwohlfahrt  (AWO) beschäftigt sind, einen neuen Tarifvertrag.

Die Gewerkschaft ver.di hatte Anfang November 2016 einen Tarifvertrag gefordert, der den Regelungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) entsprach. Mitte Dezember 2016 hatte die Gewerkschaft ver.di als Kompromissangebot vorgeschlagen, dass der Tarifvertrag mit der AWO-Tarifgemeinschaft mit einem Entgeltniveau von nur 91% des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) zum 1. Januar 2017 in Krafttreten soll. Diesem Kompromissvorschlag von ver.di hatte die AWO aber nicht zugestimmt. Stattdessen hatte die AWO der Gewerkschaft ver.di im Dezember 2016, im Februar 2017 und am 3. März 2017 Tarifangebote unterbreitet, die die ver.di-Tarifkommission jeweils als völlig unzureichend abgelehnt hatte.

Am 21. März 2017 hat die Gewerkschaft ver.di der AWO-Tarifgemeinschaft einen neuen Kompromissvorschlag unterbreitet, der für die Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe und im Kita-Bereich im AWO-Regionalverband Brandenburg Süd ein Entgeltniveau in Höhe von 88% TVöD ab dem 1. Juli 2017 vorsieht, welches auf 94% des TVöD zum 1. Januar 2018 steigen soll.

Für alle übrigen Beschäftigten (u. a. für die Beschäftigten in der Pflege, in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und in der Verwaltung) im AWO-Regionalverband Brandenburg Süd fordert die Gewerkschaft ver.di als Kompromiss ab 1. Juli 2017 ein Entgeltniveau in Höhe von nur noch 82% des TVöD, welches zum 1. Januar 2018 auf 86% des TVöD steigen soll. Für die Monate Januar bis Juni 2017 hat die Gewerkschaft ver.di Einmalzahlungen gefordert.

Für die anderen 7 AWO-Verbände der AWO-Tarifgemeinschaft hat die Gewerkschaft ver.di als „Einstieg“ in den Tarifvertrag ein sogar um 4%-Punkte niedrigeres Entgeltniveau angeboten, welches in vier Jahresschritten auf das Niveau des AWO-Regionalverbands Brandenburg Süd angeglichen werden soll. Danach würde das Entgeltniveau bei einer Erzieherin zum 1. Juli 2017 nur 84% des TVöD betragen und zum 1. Januar 2018 auf nur 90% des TVöD ansteigen.  Bei einer Altenpflegerin würde das Entgelt zum 1. Juli 2017 nur 78% des TVöD und zum 1. Januar 2018 nur 82% des TVöD betragen. Bei den Tarifverhandlungen am 28. März 2017 hatte die ver.di-Verhandlungskommission sogar angeboten, dass der 2. Erhöhungsschritt jeweils um 6 Monate auf den 1. Juli 2018 verschoben werden kann.

Der ver.di-Kompromissvorschlag sieht aber nicht nur wesentlich niedrigere Tabellenentgelte als wie im öffentlichen Dienst vor, sondern enthält auch noch zusätzliche, vom  Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes abweichende Regelungen, die für einzelne Beschäftigtengruppen das Entgelt gegenüber dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes noch weiter reduzieren.

„Der ver.di-Kompromissvorschlag entspricht für alle Beschäftigtengruppen im Entgeltniveau keinesfalls dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Mit dem neuen Kompromissvorschlag berücksichtigt die ver.di-Tarifkommission die Besonderheiten der AWO-Einrichtungen. Der Vorwurf der AWO, die Gewerkschaft ver.di wäre nicht verhandlungsbereit, ist falsch.“ so Ralf Franke, ver.di-Verhandlungsführer. „Die ver.di-Tarifkommission hat sich mit den neuen Kompromissangeboten einen riesen Schritt auf die Arbeitgeberseite zubewegt“, so Franke weiter.

Am 6. April 2017 gehen die Tarifverhandlungen in die 8. Verhandlungsrunde.