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AWO Kreisverbände und pro:mensch wort-brüchig – kein Nachschlag …

Wohlfahrt

AWO Kreisverbände und pro:mensch wort-brüchig – kein Nachschlag in 2015

Tarifinfo AWO Berlin (August 2015)

Im letzten Tarifvertrag für die Kreisverbände haben wir vereinbart, dass Mitte dieses Jahres nochmals Verhandlungen über eine zusätzliche Erhöhung in 2015 aufgenommen werden. Eine ähnliche Zusage wurde bei AWO pro:mensch von der Geschäftsführung im Rahmen der letzten Tarifverhandlungen, allerdings nur mündlich, getätigt. Hintergrund ist der Tarifabschluss zum 1.3.2015 für den Öffentlichen Dienst in Berlin. Die Beschäftigten der kommunalen Einrichtungen erhalten seit 1. März 2,62% mehr Gehalt. Die Personalkostenerhöhung wird auch bei den freien Trägern und den Trägern der Wohlfahrt wirksam, insbesondere im Kita-Bereich, wo neue Kostenblätter seit 1. März 2015 gelten.

Die Verhandlungskommission hat die Arbeitgeberseite heute aufgefordert, die Erhöhung der Mittel für Personalkosten direkt an die Beschäftigten der Kreisverbände und bei pro:mensch weiter zu geben. Dabei war zu erwarten, dass die Erhöhung nicht 1:1 der Tariferhöhung TV-Länder Berlin entsprechen würde. Denn, zum einen erhalten die Kita-Eigenbetriebe 0,5% mehr als alle anderen Träger; zum anderen ist uns allen weitgehend bekannt, dass die AWO nicht nur Kitas betreibt und die anderen (Zuwendungs-) Bereiche leider eher unzulänglich „refinanziert“ sind.

Trotzdem haben wir MEHR ALS EINE NULLRUNDE bezogen auf diese Nachverhandlung erwartet. Es ist doch wirklich unerhört, dass zusätzliche zur Verfügung stehende Personalmittel einfach einbehalten und nicht an die Mitarbeiter weiter gegeben werden!

Die Arbeitgeberseite wird jetzt behaupten, dass sie doch zu Verhandlungen mit uns bereit war. Ja, das stimmt insoweit, als dass uns ein neuer Tarifvertrag bis Ende 2016 angeboten wurde. Ein konkretes Angebot wollten die Geschäftsführer aber noch nicht unterbreiten - wir sollten die Katze im Sack kaufen. Schlimmer noch, wir sollten nicht nur für dieses sondern auch für nächstes Jahr eine Forderung aufstellen – und dann ohne jegliches Druckmittel mit ihnen verhandeln.

Mal Hand auf’s Herz: Die Arbeitgeberseite weiß sehr wohl, dass Verhandlungen in der Friedenspflicht (dann, wenn der Tarifvertrag nicht gekündigt ist!) für sie weniger bedrohlich sind. Verhandlungen auf Augenhöhe sind aber nur möglich, wenn auch eine Streikoption besteht. Dass man erfolgreicher unter Streikbedingungen verhandelt, haben im Übrigen die KollegInnen von AWO pro:mensch im April 2015 gezeigt. Ohne Streik hätten wir dort sicherlich nicht schon zum 1. Juni das Tabellenniveau der Kreisverbände erreicht.

Wie geht es jetzt weiter - was ist der Plan?!
Wir stellen fest: Die Arbeitgeberseite ist nicht bereit mit uns zu teilen. Das lassen wir uns nicht gefallen! Das Ende der Bescheidenheit ist gekommen!

Die Entgelttabellen können bei Kreisverbänden, Landesverband und pro:mensch jeweils zum 31.12.2015 gekündigt werden. Die Verhandlungskommission empfiehlt, dies zügig zu tun und alle Arbeitgeber gleichzeitig noch in diesem Jahr zur Aufnahme von Tarifverhandlungen aufzufordern. Wichtig ist: Ende des Jahres läuft die Friedenspflicht aus. Für den Fall, dass wir bis dahin in den Verhandlungen kein befriedigendes Tarifergebnis, welches zum 1.1.2016 wirksam werden muss, erzielen können – und zwar für alle AWO Gliederungen im Verbund – wollen wir einen Streik nicht mehr ausschließen.

Am 14. September 2015 findet eine ver.di-Mitgliederversammlung statt. Neben unseren Mitgliedern sind alle interessierten Nicht-Mitglieder ebenfalls herzlich willkommen.

Wir werden besprechen, mit welchen konkreten Forderungen für 2016 wir in die nächste Tarifrunde gehen wollen.

Wir holen uns das, was man uns in diesem Jahr vorenthält – und dann noch was oben drauf!