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Streik für Gleichstellung mit öffentlichem Dienst

Wohlfahrt

Streik für Gleichstellung mit öffentlichem Dienst

AWO pro:Mensch gGmbH

Ab Mittwoch, dem 29. April 2015, 6:00 Uhr, hat ver.di die Beschäftigten der AWO pro:mensch gGmbH zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. ver.di fordert für die Beschäftigten eine Gleichstellung der Beschäftigten mit dem öffentlichen Dienst, wo für vergleichbare Tätigkeiten bis zu 15 Prozent mehr Gehalt gezahlt wird. Weitere zentrale Streitpunkte sind u.a. Forderungen über eine Regelung zum „Holen aus dem Frei“, zur Erhöhung der Schicht- und Wechselschichtzulagen und zur Verbesserung der Altersversorgung. Daneben geht es ver.di auch darum, dass noch bestehende Ungleichbehandlungen zwischen Alt- und Neubeschäftigten aufgehoben werden. Die Arbeitgeberseite hat seit der letzten Verhandlungsrunde auf die Aufforderung, ein besseres Angebot vorzulegen, nicht mehr reagiert. ver.di will mit diesem Streik den Forderungen Nachdruck verleihen und den Beschäftigten die Möglichkeit geben, ihren Unmut über den Stand der Verhandlungen kund zu tun.

Streik für Gleichstellung mit öffentlichem Dienst ver.di Streik für Gleichstellung mit öffentlichem Dienst

Meike Jäger, Landesfachbereichsleiterin, dazu: „Es wird Zeit, dass in Berlin die Ungleichbehandlung zwischen kommunalen und nicht-kommunalen Trägern abgeschafft wird. Die Beschäftigten in allen Einrichtungen erbringen Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und sind deshalb auch gleich zu bezahlen. Die Sparkonzepte der Bezirke dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigen in den nicht-kommunalen Einrichtungen ausgetragen werden. Wir erwarten jedoch auch, dass private Träger, wie auch Träger der Wohlfahrtsverbände die für das Personal zur Verfügung gestellten Mittel unmittelbar an die Beschäftigten weitergeben. Soziale Träger dürfen mit öffentlichen Mitteln keine Gewinne machen – diesem Bestreben muss ein Riegel vorgeschoben werden.“

Am 29. und 30. April 2015 werden alle Einrichtungen der AWO pro:mensch bestreikt; voraussichtlich werden mehrere Einrichtungen geschlossen. In den Bereichen, in denen es notwendig ist, wie z.B. das Übergangswohnheim und Hilfen zur Erziehung – werden Notdienste abgesprochen.

Die Beschäftigten versammeln sich jeweils ab 8:30 Uhr vor der Hauptverwaltung der Gesellschaft in der Markgrafenstraße 12-14 in Mitte. Ab 11:00 Uhr sind jeweils Demonstrationen (AWO Arbeitgeberverband/ Landesverband, Blücherstraße 62 am Montag, Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Oranienstraße am Dienstag) geplant. Ab 13:00 Uhr sind die Streikenden im Streiklokal zu finden (Mittwoch, DAZ, Köpenicker Str. 42; Donnerstag ver.di, Köpenicker Str. 30).

Die AWO pro:mensch gGmbH ist eine 100%ige Tochter des AWO Landesverbandes. Es sind dort ca. 215 Mitarbeiter/innen in 6 Kindertagesstätten, einem Übergangswohnheim für psychisch Kranke sowie dem Bereich Hilfen zur Erziehung (stationäre Wohneinheit sowie ambulante Betreuung) beschäftigt.