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Keine Einigung am 28. März und 6. April bei Tarifverhandlungen …

Wohlfahrt

Keine Einigung am 28. März und 6. April bei Tarifverhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg


Nächster Verhandlungstermin: 26. April 2017

Bei der 7. und bei der 8. Verhandlungsrunde ist es zu keiner Einigung gekommen. Die AWO-Tarifgemeinschaft Brandenburg hatte dem ver.di-Kompromissvorschlag vom 21. März 2017 (siehe ver.di-Tarifinformation Nummer 6) nicht zugestimmt.

Die AWO-Tarifgemeinschaft Brandenburg hatte am 5. April 2017 erstmals für die Beschäftigten in der Pflege, in der Eingliederungshilfe (Betreuung von behinderten Menschen), in der Werkstatt für behinderte Menschen, in der Verwaltung, für die Hausmeister, für die Reinigung und für die Küchen Tabellenentgelte und Eingruppierungsregelungen für den Zeitraum ab 1. Januar 2018 vorgeschlagen.

Bei den Verhandlungen am 6. April 2017 konnte zu den AWO-Vorschlägen keine Einigung erzielt werden. Die ver.di-Verhandlungskommission konnte den AWO-Vorschlägen für die Beschäftigten im Bereich Kinder und Jugend vom 3. März 2017 auch nicht zustimmen.

Die ver.di-Tarifkommission hat sich am 21. April 2017 zu den neuen AWO-Vorschlägen eine abschließende Meinung gebildet und Änderungsvorschläge erarbeitet, die der AWO-Tarifgemeinschaft übermittelt und am 26. April 2017 vorgestellt werden.
Die Vorschläge werden unter folgender ver.di-Internetseite veröffentlicht: www.cottbus.verdi.de/themen/tarifverhandlungen-awo-tarifgemeinschaft-brandenburg

Kritikpunkte der ver.di-Tarifkommission an den AWO-Vorschlägen sind unter anderem:

Die Beschäftigten in den Bereichen Kinder und Jugend, Pflege, Eingliederungshilfe (Betreuung von behinderten Menschen), Werkstatt für behinderte Menschen und Schulen sollen nach dem AWO-Vorschlag das höchste Entgelt je Entgeltgruppe (Tätigkeit) in der 8. Berufserfahrungsstufe erst nach 25 Beschäftigungsjahren erhalten. In anderen vergleichbaren Tarifverträgen sowie im öffentlichen Dienst wird das höchste Entgelt spätestens nach 15 bzw. 17 Beschäftigungsjahren gezahlt.

Andererseits sollen aber die Beschäftigten in der Verwaltung, in der Reinigung, in den Küchen und die Hausmeister keine Berufserfahrungsstufen erhalten. Hier soll sich das Entgelt nach der Einstellung mit weiterer Berufserfahrung nicht erhöhen.

Die ver.di-Tarifkommission fordert für alle Beschäftigten Berufserfahrungsstufen. Dabei muss die höchste Stufe spätestens nach 17 Jahren erreicht werden.

Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass bei allen Neueinstellungen die einschlägige Berufserfahrung Berücksichtigung finden muss.

Die AWO schlägt nur für die Bereiche Kinder und Jugend, Schule, Pflege, Eingliederungshilfe und Werkstatt für behinderte Menschen die Berücksichtigung der einschlägigen Berufserfahrung mittels einer monatlichen Berufserfahrungszulage vor. Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass die von der AWO vorgeschlagenen Berufserfahrungszulagen zum Tabellenentgelt hinzugerechnet werden.

Die ver.di-Tarifkommission hat als Kompromiss vorgeschlagen, dass die neuen Entgelttabellen für alle Beschäftigten zum 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Für das Jahr 2017 fordert die ver.di-Tarifkommission für die Zeit ab 01.01.2017:

  • Für alle Beschäftigten Erhöhung der Entgelttabellen um 2,6%
  • Für die Beschäftigten im Bereich Kinder und Jugend Erhöhung der Entgelttabellen um 4,5%.
  • Für die Beschäftigten mit Anspruch auf Bildungszulage soll sich die Zulage um 100 EUR erhöhen (entspricht im Durchschnitt 4,5%)
  • Die im Entgelttarifvertrag geregelten Zulagen (Besitzstandszulage „verheiratet“, Kinderzulagen und Vergütungsgruppenzulagen) werden nicht erhöht.
  • Das Pflegepersonal erhält ab dem 01.01.2017 eine monatliche Gerontologiezulage in Höhe von 60 EUR (bei Teilzeit anteilig). Im Gegenzug entfallen die alten Zulagenregelungen.
  • Das Urlaubsgeld (250 EUR, bei Teilzeit anteilig) nach dem Manteltarifvertrag bleibt für das Jahr 2017 erhalten.
  • Die Heimzulagen sollen erhalten bleiben.
  • Die Regelungen zu den Bewährungsaufstiegen in den Tätigkeitsmerkmalen und zu den Stufenaufstiegen bei den Erfahrungsstufen nach den ETVen bleiben bestehen.
  • Neueinstellungen ab dem 01.01.2017 und in den nachfolgenden Monaten fallen unter die um 2,6% bzw. um 4,5% erhöhten Entgelttabellen.

Für das Jahr 2018 fordert die ver.di-Tarifkommission, dass der Besitzstand auf die Kinderzulage auch mit Einführung der neuen Entgelttabellen erhalten bleiben muss.
Für das Jahr 2019 fordert die ver.di-Tarifkommission eine weitere Erhöhung der Tabellenentgelte um 4%. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit bis zum 31.12.2019 erhalten.