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Noch keine Einigung bei Tarifverhandlungen!

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Noch keine Einigung bei Tarifverhandlungen!

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg


Bei den Tarifverhandlungen mit der AWO-Tarifgemeinschaft wurde in 4 Verhandlungsrunden noch keine Einigung erzielt. Die Tarifverhandlungen werden am 10.02.2017 und am 03.03.2017 fortgesetzt.

In der AWO-Tarifgemeinschaft sind folgende Verbände vertreten:

  • AWO Landesverband Brandenburg e.V.
  • AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V.
  • AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.
  • AWO Kreisverband Fürstenwalde e.V.
  • AWO Kreisverband Uckermark e.V.
  • AWO Uckermark Sozial- und Pflege gGmbH
  • AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH
  • Uckermärkische Werkstätten gemeinnützige Gesellschaft mbH
  • AWO Ortsverein Strausberg e.V.

Die ver.di-Tarifkommission hat Anfang November die Übernahme des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) für alle Beschäftigten gefordert und hierzu einen durchgeschriebenen Tarifvertrag ein-schließlich der neuen Entgeltordnung (Eingruppierung) vorgelegt.

Die AWO hat am 09.12.2016 einen eigenen Vorschlag unterbreitet, der nicht im Entferntesten den Rege-lungen des TVöD entspricht und auch nicht für alle Beschäftigten gelten soll. Für die Pflege, für die Einglie-derungshilfe, für die Werkstätten, für die Verwaltung und für die technischen Mitarbeiter hat die AWO noch keine Vorschläge unterbreitet.

Die Vorschläge der AWO beinhalten zum Beispiel, dass ein Beschäftigter erst nach 41 Betriebszugehörig-keitsjahren in der Stufe 11 das höchste Entgelt gemäß seiner Entgeltgruppe für seine Tätigkeit erhält. Im TVöD wird das höchste Entgelt für die jeweilige Tätigkeit (Eingruppierung) nach 15 bzw. 17 Betriebszuge-hörigkeitsjahren in der Stufe 6 erreicht.

Die AWO schlägt u. a. vor, dass sich das Entgelt aus einer Grundvergütung und weiteren Zulagen zusam-mensetzt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • „AWO-Zulage“ von monatlich 0 EUR bis 150 EUR (ab dem 21. Beschäftigungsjahr) nur für zahlende Mitglieder der AWO,
  • „Erfahrungszulage“ von monatlich 0 EUR bis 300 EUR (ab dem 41. Beschäftigungsjahr)
  • Bildungszulage (nur für bestimmte Berufsgruppen) in unterschiedlicher Höhe von 120 EUR bis 240 EUR monatlich.

Dieses AWO-Angebot hat die ver.di-Tarifkommission abgelehnt!

Das „Angebot“ der AWO beinhaltet:
Das Urlaubsgeld soll ab 2017 ersatzlos gestrichen werden. Das Weihnachtsgeld (61,6%) soll sich ab 2017 nur noch auf das Grundgehalt beziehen. Damit verringert sich die Höhe des Weihnachtsgeldes.

Nach dem Angebot der AWO sollen die Heilerziehungspfleger/innen „grundsätzlich gesondert und in Anlehnung an die Pflege vergütet“ werden. Aber für die Pflege liegt noch kein Angebot von der AWO vor.

Die AWO hat nur für den AWO Regionalverband Brandenburg Süd folgende Sonderregelung vorgeschlagen: Die Bildungszulage soll sich ab Juli 2016 monatlich um 120 EUR (Teilzeit anteilig) erhöhen. Diesem Vorschlag hat die ver.di-Tarifkommission nur für die Monate Juli bis Dezember 2016 in Form einer Einmalzahlung zugestimmt. Diese Zustimmung steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die ver.di-Bundesebene.

Die ver.di-Tarifkommission fordert ab 01.01.2017 für alle Beschäftigten eine deutliche Einkommenserhöhung durch Abschluss eines Tarifvertrages, der sich einschließlich der neuen Entgeltordnung an dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientieren muss.

Die ver.di-Tarifkommission hat ursprünglich die 100%ige Übernahme des TVöD ab 01.01.2017 gefordert.

Um eine zügige Tarifeinigung zu finden hat die Tarifkommission folgenden Kompromiss zur stufenweisen Angleichung an den jeweils gültigen TVöD vorgelegt:

  • Ab 01.01.2017 mindestens 91% TVöD
  • Ab 01.09.2017 mindestens 92% TVöD
  • Ab 01.09.2018 mindestens 94% TVöD
  • Ab 01.09.2019 mindestens 96% TVöD
  • Ab 01.09.2020 mindestens 98% TVöD
  • Ab 01.09.2021 100% TVöD.

Die AWO hat auf diesen Kompromissvorschlag der ver.di-Tarifkommission noch nicht reagiert.

Während die AWO die Übernahme der Regelungen des TVöD für alle Beschäftigten vehement abgelehnt hat, schlägt die AWO für die Einrichtungsleiter/innen des Bereichs Kinder und Jugend ab dem 01.09.2017 ein Entgeltniveau in Höhe von 92% des TVöD bei entsprechender Eingruppierung vor.

Die ver.di-Tarifkommission hat bei der letzten Verhandlungsrunde am 13.12.2016 die Vorschläge der AWO komplett abgelehnt und fordert, dass die AWO dem Kompromissvorschlag zur stufenweisen Angleichung an den TVöD für alle Beschäftigten zustimmt.

Gespräch unter Kolleginnen und Kollegen:
ver.di-Mitglied Andreas an Kollegin Petra: Warum bist DU noch kein ver.di-Mitglied?
Petra: Warum sollte ich? Ich bekomme das Tarifentgelt doch auch so und spare noch dazu den ver.di-Beitrag (1% vom Brutto)!
Andreas: Ohne Gewerkschaft gibt es aber keinen Tarifvertrag!
Petra: Aber die ver.di führt doch jetzt Tarifverhandlungen!
Andreas: Ja. Aber zur Durchsetzung unserer berechtigten Tarifforderung brauchen wir alle Beschäftigten.
Auch dich!

Gute Tarifverträge gibt es nur mit einer starken Gewerkschaft.
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