Nachrichten

Gewerkschaft ver.di widerspricht der Darstellung der Arbeiterwohlfahrt …

Wohlfahrt

Gewerkschaft ver.di widerspricht der Darstellung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zur angebotenen Tariferhöhung für den Kinder- und Jugendbereich

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg

 
Der Geschäftsführer des AWO Regionalverbandes Brandenburg Süd e.V., Jens Lehmann, hatte gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) am 12. Januar 2017 erklärt, dass die AWO bei den Tarifverhandlungen zuletzt 9,5% Entgelterhöhung für jeden Mitarbeiter im Kinder - und Jugendbereich angeboten hat.
(Quelle: www.maz-online.de/Lokales/Dahme-Spreewald/Kita-Erzieher-demonstrieren-fuer-mehr-Geld).

Der ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke weist die Aussage von Jens Lehmann als falsch zurück. Nach Mitteilung des ver.di-Verhandlungsführers Ralf Franke wurde nur für die Heilpädagogen und Erzieher/innen in den Kitas, für die Schulsozialarbeiter/innen, für die Berater in der Schwangerschaftskonfliktberatung und für die Lehrer der AWO-Schule eine Entgelterhöhung um 120 EUR monatlich (bei Teilzeit anteilig) rückwirkend ab dem 1. Juli 2016 angeboten. Dieses Angebot entspricht bei den Erzieher/innen in den Kitas einer Entgelterhöhung von rund 5% und nicht von 9,5%!

Ab Mai 2017 sollte nach dem Tarifangebot der AWO die Tariferhöhung um 120 EUR monatlich wieder entfallen und von zwei neuen Zulagen abgelöst werden. Neben einer Erfahrungszulage in Höhe von monatlich 30 EUR ab dem 2. Beschäftigungsjahr bis monatlich 300 EUR ab dem 41. (!!) Beschäftigungsjahr hatte die AWO eine zusätzliche „AWO-Zulage“ für die „Zugehörigkeit (Mitgliedschaft) zum AWO-Verband“ in Höhe von monatlich 25 EUR ab dem 2. Beschäftigungsjahr bis monatlich 150 EUR ab dem 21. Beschäftigungsjahr angeboten. (Die Beträge bei Teilzeit jeweils anteilig.)

Für die Zeit ab dem 1. März 2018 hat die AWO nur für die Heilpädagogen und Erzieher/innen in den Kitas, für die Schulsozialarbeiter/innen, für die Berater in der Schwangerschaftskonfliktberatung und für die Lehrer der AWO-Schule eine weitere Entgelterhöhung um 80 EUR monatlich (bei Teilzeit anteilig) angeboten.

Die ver.di-Tarifkommission hat das gesamte Tarifangebot der AWO abgelehnt, weil das Tarifangebot  nicht annähend den Tarifregelungen des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes (TVöD) entspricht. Die ver.di-Tarifkommission lehnt eine AWO-Zulage ab, weil das Entgelt für die Arbeitsleistung und nicht für eine Mitgliedschaft in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gezahlt wird. Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass das höchste Entgelt je Entgeltgruppe spätestens nach 15 bzw. 17 Jahren Betriebszugehörigkeit, so wie im öffentlichen Dienst geregelt, gezahlt wird. Die Zahlung des höchsten Entgeltes der jeweiligen Entgeltgruppe erst nach dem 41. (!!) Jahr der Betriebszugehörigkeit, lehnt die ver.di-Tarifkommission ab.

Die ver.di-Tarifkommission fordert für alle Beschäftigten der Tarifgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), also auch für die Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflege, in der Frühförderung und in der Einzelfallhilfe, in der Betreuung der Menschen mit Behinderung, in der Kinder- und Jugendhilfe (Kinderheime/Wohnbereiche), in der Verwaltung und in den technischen Tätigkeiten (Reinigung, Küche, Hausmeister) einen Tarifvertrag, der sich an dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientiert.

Die ver.di-Tarifkommission fordert eine schrittweise Angleichung der Entgelte an die Entgelte des öffentlichen Dienstes, beginnend mit 91% ab dem 1. Januar 2017.  Zum 1. September 2017 sollen die Entgelte auf 92% steigen. Nach jeweils weiteren 12 Monaten sollen die Entgelte um jeweils weitere 2%-Punkte steigen. Ab dem 1. September 2021 würde dann das Entgelt des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) zu 100% gezahlt werden.

Der einmaligen Einmalzahlung von 720 EUR (Teilzeit anteilig) für das zweite Halbjahr 2016 nur für die Heilpädagogen und Erzieher/innen in den Kitas, für die Schulsozialarbeiter, für die Schwangerschaftskonfliktberatung und für die Lehrer hat ver.di zugestimmt.