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Streikbrecherprämie

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Streikbrecherprämie

Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V.

DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. will den 3stündigen Warnstreik am am 17. Januar 2018 in Forst (Lausitz) mit einer Streikbrecherprämie verhindern

Die Gewerkschaft ver.di hat für den 17. Januar 2018 in der Zeit von 11 Uhr bis 14 Uhr die rund 170 Beschäftigten beim DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. erneut zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft hat gleichzeitig einen Notdienst mit 6 Beschäftigten im Pflegeheim und 2 Beschäftigten im ambulanten Dienst und in der Demenzwohngemeinschaft angeboten.

Die Gewerkschaft ver.di fordert einen Tarifvertrag, wie er schon im Mai 2016 mit dem DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. vereinbart wurde.

Mit der ver.di-Pressemitteilung vom 15. Januar 2018 hat die Gewerkschaft ver.di über den angekündigten Streik und über die Hintergründe informiert.

Der DRK-Kreisverband Forst-Spree-Neiße e.V. hat mit Schreiben vom 15. Januar 2018 (siehe Anlage) allen Beschäftigten, die während des Warnstreikes von 11 Uhr bis 14 Uhr ihren Dienst erfüllen, eine Sonderzahlung in Höhe von 100 Euro zugesagt.

Der ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke kritisiert diese vom DRK angebotene Sonderzahlung. „Mit dieser Streikbrecherprämie sollen die Beschäftigten zum Streikbruch verführt werden. Dies ist ein Angriff auf das im Grundgesetz verankerte Tarif- und Streikrecht.“ so Ralf Franke von ver.di.

Statt „Streikbrecherprämie“ anzubieten, sollte der DRK Kreisverband seinen Zahlungsverpflichtungen zur Vergütung der schon von den Beschäftigten geleisteten Mehr- bzw. Überstunden nachkommen. Nach Schätzungen der Gewerkschaft ver.di haben die Beschäftigten im Durchschnitt jeweils rund 20 bis 30 Mehrstunden auf dem Stundenkonto (Stand 31.12.2017), die bislang noch nicht vergütet wurden.

Die Gewerkschaft ver.di rechnet aber damit, dass sich die Beschäftigten ihr Grundrecht auf Streik nicht mit 100 Euro abkaufen lassen und an dem Warnstreik und der Kundgebung und Demonstration teilnehmen werden.

„Bei dem Warnstreik geht es den Beschäftigten nicht um 100 Euro, sondern um tarifliche Regelungen, wie sie beim DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e.V. gelten. Dazu gehört unter anderem auch ein jährliches Weihnachtsgeld in Höhe von 67,5% des durchschnittlichen monatlichen Entgeltes.“, so Ralf Franke. Beim DRK in Cottbus beträgt bei Beschäftigten in der Pflege das Weihnachtsgeld zwischen 1200 Euro bis 1880 Euro (abhängig von der Art der Tätigkeit und von der Betriebszugehörigkeit – bei Teilzeitbeschäftigten jeweils anteilig). Beim DRK in Forst wird kein Weihnachtsgeld gezahlt!

Mit Unverständnis reagiert die Gewerkschaft ver.di darauf, dass das DRK für den Streiktag von einem externen Essenlieferanten Essen für die Bewohner im Pflegeheim anliefern lässt, obwohl durch die Gewerkschaft und durch die Mitarbeiter der DRK-Küche ausdrücklich zugesagt wurde, dass das Mittagessen zu 11 Uhr bereitsteht und die Essenproduktion nicht vom Streik beeinträchtigt ist, weil der Warnstreik erst um 11 Uhr beginnt und um 14 Uhr endet