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Keine Einigung bei Tarifverhandlungen

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Keine Einigung bei Tarifverhandlungen

AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg


Bei den Tarifverhandlungen mit der AWO-Tarifgemeinschaft Brandenburg zum Entgelttarifvertrag wurde auch nach 5 Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt. Die Tarifverhandlungen werden am 3. März 2017, 28. März 2017 und 26. April 2017 fortgesetzt.

Bei den Verhandlungen am 10. Februar 2017 wurde von den Arbeitgebern ein neues Entgeltangebot nur für den Be-reich Kita und Kinder – und Jugendhilfe (dabei nur für Erzieher/innen, Heilpädagogen, Sozialarbeiter) für die Zeit ab dem 1. Juli 2018 unterbreitet. Dabei wurde ein Angebot für den AWO-Regionalverband Brandenburg Süd und ein Angebot für die anderen AWO-Verbände der Tarifgemeinschaft unterbreitet. Dabei ist das Angebot für die AWO-Verbände der Tarifgemeinschaft um 11% bis 13% im ersten und zweiten Beschäftigungsjahr und immer noch um 7% bei 17jähriger Beschäftigungszeit niedriger als die für den AWO-Regionalverband (RV) Brandenburg Süd angebo-tene Entgelttabelle. Erst ab einer 36jährigen (!) Beschäftigungszeit soll für die AWO-Verbände der Tarifgemeinschaft das gleiche Entgelt wie im AWO-RV Brandenburg Süd gezahlt werden.

Für die Beschäftigten in der ambul., teilstationären und stat. Pflege wurde für die Zeit ab 1. Januar 2017 eine monatliche „Gerontologiezulage“ in Höhe von 60 EUR brutto (bei Teilzeit anteilig) angeboten. Im Gegenzug sollen die bis-her tariflich geregelte Geriatriezulage in Höhe von 46,02 EUR (bei Teilzeit anteilig) bei den Pflegefachkräften in der stat. Pflege und die 30 EUR-Pflegezulage in der ambul. Pflege entfallen.
Für alle anderen Beschäftigten wurde von der AWO kein Entgeltangebot unterbreitet!

Die ver.di-Tarifkommission hat in seiner Sitzung am 14. Februar 2017 das neue Entgeltangebot als unvoll-ständig und völlig unzureichend abgelehnt.

Begründung der ver.di-Tarifkommission:

  • 1. Das Angebot vom 10. Februar 2017 gilt nur für Kita und Kinder- und Jugendhilfe (Erzieher/innen, Heilpädagogen und Schulsozialarbeiter) erst ab 01. Juli 2018. Die ver.di-Tarifkommission (ver.di-TK) fordert für alle Beschäftigten ein Entgeltangebot, welches sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) mit einen Niveau von 91% ori-entiert und zum 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Zusätzlich fordert die Tarifkommission eine Besitzstandsregelung für den bisherigen Kinderzuschlag.

  • 2. Das Angebot für die Beschäftigten in der Pflege (monatliche „Gerontologiezulage“ in Höhe von 60 EUR brutto - bei Teilzeit anteilig - ab 1. Januar 2017) ist nicht ausreichend. Gleichzeitig sollen bisherige Zulagen (46,02 EUR Geriatriezulage für Pflegefachkräfte in der stat. Pflege und 30 EUR Pflegezulage in der ambulanten Pflege) entfallen.

    Bei den Pflegefachkräften im stationären Bereich entspricht das AWO-Angebot einer monatlichen Steigerung um nur 13,98 EUR brutto (bei Teilzeit anteilig) gegenüber dem Rechtsanspruch (Urteil Arbeitsgericht Cottbus vom 17.11.2016, AZ: 11 Ca 10726/15 und Bundesarbeitsgericht vom 19.11.2003, AZ: 10 AZR 127/03).

    Bei den Pflegekräften und Pflegefachkräften im ambulanten Bereich entspricht das AWO-Angebot einer Erhöhung nur um 29,37 EUR brutto (bei Teilzeit anteilig).

  • 3. Für die Beschäftigten in der Eingliederungshilfe (Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Wohnstätten für Menschen mit Behinderung) wurde von der AWO am 10. Februar 2017 kein Entgeltangebot unterbreitet. Für die anderen Beschäftigtengruppen (Verwaltung, Hausmeister, Küche, Reinigung, Wäscherei ...) wurde am 10. Februar 2017 kein Entgeltangebot unterbreitet.

  • 4. Zum Angebot für Kita und Kinder- und Jugendhilfe (Erzieher/innen, Heilpädagogen und Schulsozialarbeiter) ab 1. Juli 2018:
    a) Die ver.di-TK fordert eine Entgelterhöhung ab 1. Januar 2017 für alle Beschäftigten der AWO.
    b) Die ver.di-TK fordert, dass das höchste Entgelt je Entgeltgruppe spätestens nach 15 bzw. 17 Jahren Betriebszugehörigkeit erreicht wird. (siehe ver.di-Tarifvorschlag vom 3. November 2016).
    c) Die ver.di-TK lehnt die von der AWO vorgeschlagenen zwei Zulagen („Gruppendienstzulage“ und „Erfahrungszulage“) ab. Die Beträge der Zulagen müssen Bestandteil des Grundgehaltes sein. Der AWO-Vorschlag für die Erzieher/innen (incl. der zwei Zulagen) ab dem 1. Juli 2018 erreicht für den AWO-Regionalverband Brandenburg Süd ein Entgeltniveau zwischen 90% (beim 17. vollendeten Beschäftigungsjahr) bis 100% (nur im ersten Beschäftigungsjahr) des jetzt aktuellen TVöD bei einer „normalen“ Erzieher/in. Für die anderen AWO-Verbände liegt der AWO-Vorschlag bei 83% (beim 17. vollendeten Beschäftigungsjahr) bis 87% (im ersten Beschäftigungsjahr) des jetzt aktuellen TVöD bei einer „normalen“ Erzieher/in. Die Erzieher/innen in den Kinder- und Jugendwohngruppen und in den Integrations-Kitas mit 1/3 Kinder mit Behinderung, die bisher in der Vergütungsgruppe Vb eingruppiert waren, will die AWO nur noch wie eine „normale“ Erzieher/ innen vergüten.
    d) Die ver.di-TK fordert die Eingruppierungsmerkmale nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Somit soll es bei der Differenzierung nach der besonderen Schwere der Tätigkeit bei Erzieher/innen bleiben.
    e) Die ver.di-TK fordert, dass einschlägige Berufserfahrung bei der Neueinstellung berücksichtigt werden soll. Die ver.di-TK hatte hierzu am 3. November 2016 im Entgelt-Tarifvertrag unter § 6 Abs. 2 einen Vorschlag unterbreitet. Die ver.di-TK schlägt ergänzend vor, dass bei mindestens 6 Jahren Berufserfahrung die Zuordnung zur Stufe 4 (von insgesamt 6 Stufen) erfolgen soll.

Nur mit dem AWO Regionalverband Brandenburg Süd konnte nur für die Heilpädagogen und Erzieher/innen in den Kitas/Horten, für die Schulsozialarbeiter, für die Lehrkräfte und für die Mitarbeiter/innen in der Schwangerschaftskonfliktberatung mit einem Vorschalt-Tarifvertrag eine Einmalzahlung für das zweite Halbjahr 2016 in Höhe von 720 EUR brutto (bei Teilzeit anteilig) vereinbart werden. Von der AWOTarifgemeinschaft wurde für alle anderen AWO-Beschäftigten eine Einmalzahlung für das Jahr 2016 strikt abgelehnt. Die ver.di-Tarifkommission hatte für alle AWO-Beschäftigten eine Einmalzahlung gefordert.

Die ver.di-Tarifkommission hat Arbeitskampfmaßnahmen (Warnstreiks/ Streiks) zur Durchsetzung der Tarifforderung für einen neuen Entgelttarifvertrag beschlossen.

An den „aktiven Mittagspausen“ im Januar 2017 hatten sich ca. 190 Beschäftigte in Königs Wusterhausen, Cottbus, Calau und Lübbenau beteiligt. Jetzt sind Warnstreiks erforderlich!

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Weitere Infos zu den Leistungen von ver.di: www.verdi.de/service/mitgliederleistungen