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Streik an der Charité angelaufen

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Streik an der Charité angelaufen

Klinikleitung schließt bislang keine Notdienstvereinbarung ab

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten der Charité zum Streik ab Montag, dem 18. September 2017 aufgerufen. Anlass sind die festgefahrenen Verhandlungen über die Verbesserung und Weiterführung des Tarifvertrages für Gesundheitsschutz (TV- GS). Mit dem Streik will die Gewerkschaft den Druck erhöhen, um entsprechende Bewegung auf der Arbeitgeberseite zu erzeugen. Mit der Beginn der Frühschicht - ca. 6.00 Uhr - sind Beschäftigte an allen Standorten der Charité (Benjamin Franklin, Mitte und Virchow, Buch) im Ausstand.

ver.di hat die Arbeitgeberseite erneut aufgefordert, bis 12.00 Uhr am heutigen Montag (18. September 2017) eine entsprechende Entlastung bei der Patientenversorgung zu organisieren, damit Beschäftigte ihr Streikrecht wahrnehmen können. Wenn Betten durch die Klinikleitung nicht gesperrt oder Operationen nicht abgesagt werden, ist die Anwesenheit von Personal erforderlich, damit Leben und Gesundheit von Patienten nicht gefährdet werden. Leider weigert sich die Charité, eine in diesen Fällen übliche Notdienstvereinbarung abzuschließen und versucht somit offenbar, den Streik zu behindern. Die Leitung hält zudem nach ver.di-Beobachtungen Zusagen nicht ein, die sie am Freitag gegeben hatte. ver.di fordert von der Klinikleitung, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Die Gewerkschaft ist selbstverständlich auch weiterhin zu Gesprächen und Abschluss einer Notdienstvereinbarung bereit.

Patienten müssen wegen des Streiks mit einer eingeschränkten Versorgung, so zum Beispiel der Verschiebung planbarer Operationen, an den drei Krankenhaus-Standorten der Charité rechnen. Die Versorgung und Gesundheit von Patienten sind durch den Streik nicht gefährdet.

ver.di hat den befristeten Tarifvertrag zu Ende Juni auslaufen lassen, weil die in 2015 durchgesetzten Regelungen zur Entlastung des Personals nur unzureichend umgesetzt wurden. Die Kritik, vor allem aus dem Kreis der Pflegenden, richtet sich gegen die unzureichende Personalausstattung auf den Stationen und vielen Funktions- und Arbeitsbereichen. Verärgerung besteht über den inkonsequenten Umgang des Führungspersonals mit den im Tarifvertrag festgelegten Richtlinien; Maßnahmen zur Vermeidung bzw. zum Ausgleich von Überlastung wurden nur unzureichend bzw. oft auch gar nicht eingeleitet. Daher sollen jetzt, neben eindeutigen Besetzungsvorgaben auch konkrete Sanktionsmöglichkeiten durchgesetzt werden.

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