Gesundheits- und Sozialwesen in Berlin-Brandenburg

Großer Handlungsbedarf

Pflege Brandenburg

Großer Handlungsbedarf

ver.di begrüßt den jüngst verabschiedeten Pakt für die Pflege in Brandenburg, sieht aber einen großen Handlungsbedarf bei der Fachkräftesicherung.


Der verabschiedete Pakt für die Pflege hat das Ziel, eine wohnortnahe Betreuung für Pflegebedürftige in Brandenburg ermöglichen. „Mit seinen vier Säulen zielt der Pakt auf die wichtigen Aufgaben in der stationären, teilstationären und ambulanten Alten- und Hauskrankenpflege“, sagt Meike Jäger, Bereichsleiterin für Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di Berlin-Brandenburg. „Daher stehen wir hinter dem Pakt.“

Gleichwohl werden alle Beteiligten in den kommenden Jahren intensiv am Thema arbeiten müssen. ver.di will insbesondere die Fachkräfte- und Nachwuchskräftesicherung thematisieren. „Wir begrüßen, dass sich alle Unterzeichnenden darauf verständigen konnten, eine angemessene Bezahlung der ausgebildeten Pflegekräfte und Auszubildenden anzustreben und die Tarifbindung in der Branche weiter zu stärken“, so Meike Jäger weiter.

ver.di strebt eine flächendeckende Tarifbindung in der Brandenburger Alten- und Hauskrankenpflege an. Bestehende Tarifverträge mit der AWO Tarifgemeinschaft und der Paritätischen Tarifgemeinschaft könnten zu Flächentarifverträgen weiterentwickelt oder als allgemeinverbindlich erklärt werden. „Hierfür brauchen wir die Bereitschaft der Träger, Mitglied in diesen Tarifgemeinschaften zu werden oder eigene Tarifgemeinschaften zu bilden. Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir den Pakt für die Pflege zum Ort geübter Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaft weiterentwickeln“, sagt Meike Jäger.

ver.di sieht neben den gemeinsam beschlossenen Handlungsfeldern großen Handlungsbedarf bei der Sicherung der Qualität der Berufsausbildung. Die neue generalistische Berufsausbildung stellt hohe Anforderungen an die Praxisanleitung. Jene Beschäftigten, die diese wichtige Aufgabe im Betrieb übernehmen, müssen geschult, unterstützt und gestärkt werden. Auch finanziell sollte die Tätigkeit entsprechend wertgeschätzt werden. Auch dafür will sich ver.di im Pakt für die Pflege einsetzen.

„Wir sehen außerdem großen Handlungsbedarf bei der Integration von Fachkräften aus dem Ausland. Arbeitgeber und betriebliche Interessenvertretungen sollten qualifizierte Unterstützung dabei erhalten, um gute Standards für die betriebliche Einarbeitung und Teamentwicklung zu implementieren. Dieses Aufgabenfeld hat der Pakt für die Pflege bisher nicht im Blick. Wir sind gerne bereit, an innovativen Ansätzen mitzuarbeiten und wollen uns dafür einsetzen, dass es mit auf die gemeinsame Agenda kommt,“ so Meike Jäger weiter.