Bezirksfachbereich Cottbus

Warnstreiks vorerst ausgesetzt!

Thiem-Service GmbH

Warnstreiks vorerst ausgesetzt!

Tarifverhandlungen mit der Thiem-Service GmbH in Cottbus


Die Warnstreiks der Beschäftigten bei der Thiem-Service GmbH (TSG) im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus sind vorerst bis zum 6. Januar 2019 ausgesetzt

Gewerkschaft ver.di kritisiert den Einsatz von Pflegeschülern und „FSJler“ des Carl-Thiem-Klinikums als Streikbrecher in der Thiem-Service GmbH

Am fünften Streiktag bei der Thiem-Service GmbH haben sich erneut rund 60 Beschäftigte beteiligt. Der Streik dauert noch bis zum Abend um 22:45 Uhr an.

Die Gewerkschaft ver.di erwartet jetzt von der Geschäftsführung zeitnahe Terminvorschläge zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen.

Die ver.di-Tarifkommission hat in Absprache mit den Streikteilnehmern entschieden, dass es bis zum 6. Januar 2019 keine weiteren Warnstreiks geben wird. „Wie es nach dem 6. Januar 2019 weitergehen wird, hängt davon ab, welche Termine zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen von der Geschäftsführung angeboten werden“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

Die Beschäftigten der Thiem-Service GmbH hatten seit dem 6. Dezember 2018 ihren fünften ganztägigen Streiktag. Mit dem Warnstreik fordern die Beschäftigten von der Geschäftsführung die Fortsetzung der ausgesetzten Tarifverhandlungen und ein wesentlich verbessertes Tarifangebot. Der Geschäftsführer Dr. Brodermann hatte am zweiten Verhandlungstermin am 19. November 2018 die Tarifverhandlungen einseitig ausgesetzt und den dritten Verhandlungstermin einseitig abgesagt.

Der ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke kritisiert die Geschäftsführung des Carl-Thiem-Klinikums, dass als Streikbrecher in der Thiem-Service GmbH Beschäftigte im „Freiwilligen Sozialen Jahr“, sogenannte „FSJler“, sowie Pflegeschüler von der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums eingesetzt wurden.

Der Einsatz von „FSJler“ als Streikbrecher ist unzulässig. Dies hatte auch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln, Referat 207 (Jugendfreiwilligendienste) am 17. Dezember 2018 gegenüber der Gewerkschaft ver.di bestätigt (siehe Anlage). Das CTK hatte gegenüber der Lausitzer Rundschau angekündigt, dass „FSJler“ des CTK zur Übernahme von Tätigkeiten streikender TSG-Beschäftigter eingeteilt werden (LR, Cottbus vom 11.12.2018). Es erfolgte auch der Einsatz von „FSJlern“.

Neben dem unzulässigen Einsatz von „FSJlern“ erfolgte auch der unzulässige Einsatz von Pflegeschülern der Medizinischen Schule des CTK, die nach dem Unterricht als Ersatz für streikende Beschäftigte der Thiem-Service GmbH zum Einsatz gekommen waren.

„Die Heranziehung von Auszubildenden zu Streikarbeiten ist jedoch unzulässig“, so Ralf Franke von ver.di. Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 12.09.1984, Aktenzeichen 1 AZR 342/83 entschieden: „Zu Arbeiten als Streikbrecher dürfen die Auszubildenden ohnehin nicht herangezogen werden. Schließlich kann der Arbeitgeber nicht erwarten, dass sich die Auszubildenden bei kurzen Warnstreiks gegenüber den Arbeitnehmern des Betriebs unsolidarisch verhalten.“ (Veröffentlicht bei Juris, Randnummer 138 auf Seite 30).