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Forderungen der Krankenhausbeschäftigten von Vivantes und Charité

Coronavirus

Forderungen der Krankenhausbeschäftigten von Vivantes und Charité

Am Freitagnachmittag folgten 20 Berliner Abgeordnete von SPD, Die LINKE, Die Grünen/ Bündnis 90, CDU und FDP der Einladung der Beschäftigten von Charité und Vivantes zu einer Videokonferenz. Es nahmen annähernd 300 Krankenhausbeschäftigte aus Berliner Krankenhäusern als Zuschauer/innen daran teil. Auch aus dem Bundesgebiet hatten sich interessierte Krankenhausbeschäftigte zugeschaltet. Hintergrund der Konferenz war eine Petition mit Forderungen zum Schutz der Beschäftigten und Patienten, für die innerhalb einer Woche Ende März über 4.500 Beschäftigte beider Unternehmen unterschrieben hatten, und die bei der Videokonferenz symbolisch überreicht wurde.

Dana Lützkendorf (Intensivpflegekraft bei der Charité): „Die Teilnahme von 20 Berliner Abgeordneten ist für uns ein Signal, dass unsere Forderungen ernst genommen werden. Trotz Corona-Krise haben wir mit der Videokonferenz einen Weg gefunden, die Politik direkt mit unseren Forderungen zu konfrontieren. Ein bisher in dieser Form einmaliger Vorgang seit Beginn der Corona-Krise.“ Benny Dankert (Pflegekraft auf einer infektiologischen Station bei Vivantes): „Wir erleben jetzt, wie Hygienebestimmungen, die jahrelang gültig waren, verändert und teilweise sogar abgeschwächt werden. Der Schutz der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten muss jedoch weiterhin die höchste Priorität haben. Unsere Forderung ist deshalb, dass das Land Berlin umgehend die ausreichende Produktion und Lieferung von Schutzkleidung sicherstellt und insbesondere Beschäftigte aus Risikogruppen schützt.“ Anja Voigt (Intensivpflegekraft bei Vivantes Neukölln): „Wir haben den Abgeordn eten auch gesagt, dass die 150 Euro Belastungszuschlag für Vivantes- und Charité-Beschäftigte nur ein erster Schritt sein können. Wir fordern 500 Euro/Monat Zulage für alle Krankenhausbeschäftigten und auch für die Auszubildenden bis zum Ende der Krise.“

Daniel Turek (Versorgungsassistent und Betriebsrat bei CFM): „Die vielen Reinigungskräfte, die Krankentransporteure, die Küchenmitarbeiter oder natürlich auch die Beschäftigten in den Laboren, die aktuell am Limit arbeiten, fragen sich, wann die Politik endlich die Relevanz ihrer täglichen Arbeit anerkennt. Deswegen haben wir gegenüber den Abgeordneten gefordert, die Tochterunternehmen von Vivantes und Charité zurück in den Wirkungsbereich des TVöD zu führen. Da gab es wieder zustimmende Reaktionen.“

Meike Jäger (ver.di-Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales): „Die Krankenhausfinanzierung muss sich jetzt ganz grundsätzlich verändern. Die Krise zeigt: Ein „Weiter so“ darf es nicht mehr geben. Deshalb fordern wir gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, dass sich das Land Berlin, insbesondere die Gesundheitssenatorin als aktuelle Vorsitzende, in der Gesundheitsministerkonferenz, für die sofortige Aussetzung des DRG-Systems ausspricht und entsprechende Veränderungsprozesse vorantreibt.“ Sie führt weiter aus: „Am kommenden Mittwoch werden sich die aktiven Kolleginnen und Kollegen von Vivantes und Charité beraten. Wir werden anschließend auf dieser Grundlage dem Senat einen Vorschlag für einen „Berliner Corona Krankenhauspakt“ vorlegen und erwarten dann innerhalb von drei Wochen eine verbindliche Rückmeldung. So wurde es auch schon gegenüber den Abgeordneten kommuniziert. Eine gemeinsame Initiative dieser Art kann bundesweit Vorbild für die Anerkennung der besonderen Leistungen der Krankenhausbeschäftigten in der Krise werden und langfristig die Daseinsvorsorge im Gesundheitssektor stärken.“