Krankenhäuser

ver.di Aktionsbündnis Therapeuten Vivantes und Charité

Offener Brief

ver.di Aktionsbündnis Therapeuten Vivantes und Charité

An:
Aufsichtsrat Vivantes, Aufsichtsrat Charité, Finanzsenator Dr. M. Kollatz-Ahnen, Gesundheitssenatorin D. Kolat, Regierender Bürgermeister M. Müller, Fraktionen des rot-rot-grünen Senats, die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses und des Beteiligungsausschusses

Am 18.06.2018 beschloss die Versammlung der Diskussionsveranstaltung mit Vertreter*innen der SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/ DIE GRÜNEN folgenden Offenen Brief:

Wir Therapeut*innen und Auszubildende von Vivantes und Charité machen die politisch Verantwortlichen in Berlin seit Jahren auf die Missstände unserer Arbeitsbedingungen aufmerksam und wenden uns mit zahlreichen Unterstützern heute, am 18.06.2018 erneut an die Vertreter*innen des rot-rot-grünen Senats, an die Aufsichtsräte der beiden landeseigenen Krankenhäuser und den Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Die Ausgliederungen der Therapeut*innen bei der Charité vor über 10 Jahren und bei Vivantes im Jahr 2015 wurden mit dem Ziel der Tarifflucht vorgenommen. Damit wurde das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gebrochen, denn für neueingestellte Therapeut*innen galt ab sofort keine tarifliche Bezahlung mehr. Altbeschäftigte Therapeut*innen werden für die gleiche Arbeit, im selben Team weiterhin nach dem gültigen Flächentarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVöD) bezahlt.

Diese Abwertung der therapeutischen Berufe führt nun, rasanter als erwartet zum Fachkräftemangel. Das Interesse an den Ausbildungen zum Heilmittelerbringer nimmt stetig ab, Ausbildungsplätze bleiben vakant, offene Stellen für Therapeut*innen können nicht mehr zügig besetzt werden, die Zahl der qualifizierten Bewerber*innen ist drastisch zurückgegangen. Die Patient*innenbehandlung kann teilweise nicht wie erforderlich und vorgeschrieben durchgeführt werden, Therapeut*innen kündigen und flüchten aus dem Beruf.

Es rächt sich jetzt, dass die Geschäftsführungen und der Senat das Outsourcing bisher nur vorangetrieben haben!

Es darf nicht dazu kommen, dass es in den Krankenhäusern bald keine Therapeut*Innen mehr gibt! Wir fordern, normale Arbeitsverhältnisse ohne sachgrundlose Befristungen und mit dem verbindlich ausgehandelten Tarifvertrag TVöD. Das entspräche auch dem Versprechen des Koalitionsvertrags.

Setzen Sie endlich die Rückführung der VTD und der CPPZ in die Mutterkonzerne Vivantes und Charité um, denn die Therapeut*innen gehören für eine gute Behandlung der Patient*innen fest in das multiprofessionelle Team der Kliniken.

Es ist höchste Zeit und Sie tragen die Verantwortung dafür!

Die Teilnehmer*innen der Veranstaltung „Was tut der rot-rot-grüne Senat für die Rückführung der Therapeuten?“ vom 18.06.2018 mit Bettina König/Lars Düsterhöft (SPD), Tobias Schulze (DIE LINKE), Anja Schillhaneck (Bündnis 90/DIE GRÜNEN)