Krankenhäuser

Politiker unterstützen die Forderung

TherapeutInnen

Politiker unterstützen die Forderung

TherapeutInnen diskutieren mit PolitikerInnen der Senatskoalition über die Rückführung der Tochtergesellschaften VTD und CPPZ und die Umsetzung des Koalitionsvertrags

Am 18. Juni 2018 sind über 100 Physio- und ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, Musik- und TanztherapeutInnen und medizinische Bademeister und Auszubildende der entsprechenden Berufe der Einladung von ver.di gefolgt und haben mit Bettina König (SPD), Lars Düsterhöft (SPD) Tobias Schulze (DIE LINKE) und Anja Schillhaneck (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) über die Missstände bei den therapeutischen Berufen in den landeseigenen Berliner Krankenhäusern (Charité, Vivantes) diskutiert.

In beiden landeseigenen Krankenhäusern sind die therapeutischen Berufe ausgegliedert. Die Beschäftigten in den Tochterunternehmen verdienen für die gleiche Arbeit bis zu 35% weniger als die, nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bezahlten Altbeschäftigten in den Mutterbetrieben.

Die TeilnehmerInnen verdeutlichten den PolitikerInnen die Folgen des Outsourcing und der damit einher gehenden Abwertung der Berufsgruppe. Sie betonten, dass auf Grund der prekären Arbeitsbedingungen und der schlechten Bezahlung der Fachkräftemangel rasant zunimmt. Mit vielen Beispielen machten die Teilnehmenden die Bedeutung der Berufe für die Genesung der PatientInnen sowie die hohen Anforderungen in diesen verantwortungsvollen Berufen deutlich.

„Wir sind enttäuscht, dass nach über einem Jahr vom rot/rot/grünen Senat noch nichts unternommen wurde um das Outsourcing und die damit verbundene Abwertung unserer Berufe in den landeseigenen Kliniken zu beenden, wie es uns in dem Koalitionsvertrag versprochen wurde. Wir hoffen, dass sich nach dieser Veranstaltung etwas in der Politik bewegt, dass die Tochtergesellschaften rückgeführt und die KollegInnen endlich nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes in den Kliniken bezahlt werden.“ erklärt Henning Schuldt (Physiotherapeut in der Vivantes-Tochter VTD und ver.di Aktiver).

Die TeilnehmerInnen begrüßten, dass die PolitikerInnen aller ihre Forderungen unterstützen und sich weiterhin für die Aufhebung des tariffreien Zustand in den Tochtergesellschaften und in Folge für die Rückführung von VTD und CPPZ einsetzen wollen. Ferner haben sich die PodiumsteilnhmerInnen zur Schulgeldfreiheit für alle Jahrgänge an den landeseigenen Schulen bekannt. Sie haben anerkannt, dass es ein politischer Fehler war, die Tochtergesellschaften zu gründen und dass therapeutische Berufe Teil des Krankenhauses sind. Die Landeseigenen Krankenhäuser seien nicht dazu angehalten, Gewinne zu erwirtschaften. Die Beschäftigten der Tochtergesellschaften wurden darin bestärkt, den Druck auf Politik und Geschäftsführungen zu verstärken.

„Die Veranstaltung hat auch viele neue KollegInnen und Auszubildende motiviert aktiv zu werden, damit sich endlich etwas bewegt. Bei der Pflege hat die Politik über Jahre ignoriert, dass die schlechten Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung zum Fachkräftemangel und Pflegenotstand in den Kliniken führt. Wir kämpfen gegen die Abwertung unserer Berufe, damit es nicht dazu kommt, dass es in den Krankenhäusern und auch in den freien Praxen bald keine TherapeutInnen mehr gibt.“ ergänzt Marzena Manske (Physiotherapeutin in der Charité Tochter CPPZ und Mitglied der Tarifkommission).
Auf der Versammlung wurde einstimmig ein Offener Brief an die politisch Verantwortlichen verabschiedet.