Krankenhäuser

Die Pflege schnappt nach Luft!

Die Pflege schnappt nach Luft!

Aktion zum Tag der Pflege Berlin 2020

Pflege schnappt nach Luft – Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium //

Am 12. Mai 2020, dem Tag der Pflege, wurde um 12 Uhr ein Sprech-Chor von bezahlten und unbezahlt Pflegenden vor dem Bundesgesundheitsministerium aufgeführt. Unter dem Motto „Die Pflege schnappt nach Luft“ sollte auf die außerordentliche Belastung von Pflegenden in der Corona-Krise hingewiesen werden. „Wir schnappen nach Luft, um die Politik an das zu erinnern, was wir schon vor der Corona-Krise gefordert haben: mehr Zeit und Geld für die Pflege“, so Anja Voigt, Krankenpflegerin auf einer Berliner Intensivstation.

"In der Corona-Krise sind die Folgen der ohnehin vorhandenen Personalknappheit überall in der Pflege noch sichtbarer geworden“, sagt Martin Seidler, Mitarbeiter bei einem ambulanten Assistenz- und Pflegedienst. Dies gelte sowohl für den stationären wie auch für den ambulanten Bereich. Die Krise zeige, wie systemrelevant gerade diese Berufsgruppe ist. Die Mitarbeiter*innen dürften nicht länger durch schlechte Arbeitsbedingungen verheizt werden. "Nur mit einer am individuellen Menschen orientierten Pflege, ausreichend Zeit und einer leistungsgerechten Bezahlung wird das Gesundheitssystem zukunftsfähig. Als ersten Schritt in diese Richtung benötigen wir aktuell genügend Schutzmaterialien und ausreichende Testkapazitäten, um die Gesundheit von Pflegenden und Patient*innen nicht zu gefährden", so Seidler weiter.

Um im Rahmen der Infektionsrichtlinien ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sprachen die Pflegenden in einem vorher einstudierten Sprech-Chor. „Überall in der Pflege – bezahlt und unbezahlt - arbeiten wir seit Jahren im Krisenmodus. Deshalb war uns wichtig heute, am Tag der Pflege, gemeinsam mit einer Stimme zu sprechen“ sagte Voigt zum Abschluss.

Am Ende des Sprech-Chors haben die Beteiligten ihre Kritik auf Toilettenpapierrollen verewigt und vor dem BMG ausgerollt. Die Aktion wurde organisiert vom Aktionsbündnis „Gesundheit ohne Profite“ (www.gesundheitohneprofite.de). Beteiligt waren u.a. Pflegekräfte von Vivantes und Charité.