Vivantes

Warnstreik bei Charité und Vivantes

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Warnstreik bei Charité und Vivantes

Freitag Streikversammlung im Union-Stadion Alte Försterei
Streikdemo ver.di Warnstreik bei Charité und Vivantes  – Freitag Streikversammlung im Union-Stadion Alte Försterei


Im Rahmen der Tarifbewegung für Entlastung ruft ver.di am Donnerstag und Freitag (8./9. Juli 2021) in den großen öffentlichen Krankenhausunternehmen Berlins, Charité und Vivantes, zum Warnstreik auf. Betroffen sind alle Bereiche im Krankenhaus, nicht aufgerufen sind die Ärzte, die Verwaltung und die Fakultät. „Die Beschäftigten von Charité und Vivantes sind bereit, für einen Tarifvertrag Entlastung zu kämpfen. Mit diesem Warnstreik werden sie deutlich machen, dass es ihnen sehr ernst damit ist“, sagte ver.di-Fachbereichsleiterin Meike Jäger. Durch die Streiks wird voraussichtlich die Krankenversorgung in der Stadt nicht nennenswert eingeschränkt. Es sei nicht davon auszugehen, dass OPs verschoben werden müssen oder Sprechstunden ausfallen, so die Verhandlungsführerin. Es werden ausgewählte Delegierte aus den Stationen und Bereichen zusammenkommen, um sich über die Forderungen auszutauschen und das weitere Vorgehen zu beraten. Sichtbar soll der Protest dennoch werden. „Wir freuen uns, dass der 1. FC Union Berlin den Klinikbeschäftigten das Stadion An der Alten Försterei für ihre Versammlung am Freitag zur Verfügung stellt«, so Jäger. »Das ist ein tolles Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten der öffentlichen Krankenhäuser, die jeden Tag alles dafür geben, die Menschen in der Stadt bestmöglich zu versorgen.“

Der Personalmangel führe in den Kliniken zum Teil zu „menschenunwürdigen Zuständen“, kritisierte Mareen Höwler, die auf einer Intensivstation der Charité arbeitet. „Wir brauchen in den Schichten mehr Personal, sonst werden wir selbst krank“, sagte die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie widersprach der Darstellung von Arbeitgebern, die dafür nötigen Fachkräfte stünden nicht zur Verfügung. „Es gibt keinen Mangel an Fachkräften, sondern einen Mangel an Fachkräften, die unter diesen Bedingungen im Krankenhaus arbeiten wollen.“ Mit besseren Arbeitsbedingungen könnten viele tausend Pflegekräfte in den Beruf zurückgeholt und Teilzeitbeschäftigten die Aufstockung ihrer Arbeitszeiten ermöglicht werden.

„Das Ultimatum, das wir am 12. Mai den Arbeitgebern und dem Berliner Senat übergeben haben, läuft. Wenn sich bis zum 20. August keine Lösung für spürbare Verbesserungen abzeichnet, schalten wir noch ein paar Gänge hoch“, kündigte der Gesundheits- und Krankenpfleger Benny Dankert von Vivantes an. Am Freitag werden in der Alten Försterei mehrere hundert Klinikbeschäftigte und Unterstützer aus Stadtgesellschaft und Landespolitik erwartet. Mit dabei sind auch Beschäftigte der Vivantes-Tochtergesellschaften und der Labor Berlin GmbH, die eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) fordern. »Die Krankenversorgung braucht mehr als Ärzte und Pflegkräfte. Ohne die Kolleginnen und Kollegen der Töchter funktioniert es nicht«, stellte Dankert klar. »Wir stehen solidarisch zusammen und unterstützen den Kampf für faire Bezahlung in allen Bereichen der Krankenhäuser.«