Vivantes

Erstmals Streik beim Labor Berlin

Charité und Vivantes

Erstmals Streik beim Labor Berlin

Tarifverhandlungen für Vivantes-Töchter am Samstag
Rabatz für gute Pflege. Bremen, 21. Juni 2017 Matthias Klump Erstmals Streik beim Labor Berlin  – Tarifverhandlungen für Vivantes-Töchter am Samstag


In den Tarifkonflikt um die Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) auf alle Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften kommt erste Bewegung. Die Arbeitgeber haben das Angebot von ver.di angenommen, am Wochenende zu verhandeln. „Wir freuen uns, dass Vivantes nun doch bereit ist, die Tarifverhandlungen am Samstag wieder aufzunehmen. Offenbar hat die ungebrochen hohe Streikbeteiligung die Arbeitgeber zum Nachdenken bewegt“, sagt Ivo Garbe, ver.di-Verhandlungsführer für die Tochterunternehmen des kommunalen Klinikkonzerns. „Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um die Verhandlungen substanziell voranzubringen und eine Lösung zu ermöglichen. Uns liegt daran, schnell zu einer guten Tarifeinigung zu kommen, die weitere Streiks in der nächsten Wochen unnötig machen könnte.“

ver.di schlägt eine schrittweise Angleichung der Löhne und Arbeitsbedingungen an den TVöD vor. Derzeit liegen die Monatseinkommen um bis zu 800 Euro unter dem Flächentarifvertrag. „Geicher Lohn für gleiche Arbeit – das ist und bleibt unser Ziel. Über einen Stufenplan, mit dem dieses Niveau über einen bestimmten Zeitraum verbindlich erreicht wird, können wir reden“, erklärt Garbe. „Wir sind bereit, an diesem Wochenende die Weichen für eine Beilegung des Konflikts zu stellen. Lassen Sie uns das ernsthaft versuchen“, appelliert er an die Arbeitgeberseite. „Das sind wir den Beschäftigten, den Patienten und den Menschen in dieser Stadt schuldig.“

Am Freitag werden die Streiks in den Vivantes-Tochtergesellschaften unvermindert fortgesetzt – ebenso wie in den Kliniken von Charité und Vivantes, wo die Beschäftigten einen Tarifvertrag Entlastung fordern. Erstmals zum Streik aufgerufen werden zudem Teile der Belegschaft der Labor Berlin GmbH. Das gemeinsame Tochterunternehmen von Charité und Vivantes verweigert weiterhin grundsätzlich, Tarifverhandlungen mit ver.di aufzunehmen. ver.di fordert die Einbeziehung des Unternehmens in die Tarifverhandlung für die Vivantes-Tochtergesellschaften.

„Die Angestellten der Labore spielen im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle, sie sind einer enormen Belastung ausgesetzt“, sagt Meike Jäger, die bei ver.di in Berlin und Brandenburg für das Gesundheitswesen zuständig ist. „Es ist völlig unverständlich, warum den Laborbeschäftigten die finanzielle Wertschätzung für ihre wichtige Arbeit so beharrlich verweigert wird.“ Fast die Hälfte der rund 660 Beschäftigten des Unternehmens arbeitet ohne tarifvertraglichen Schutz und verdient zum Teil mehrere hundert Euro monatlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen, die einen Arbeitsvertrag mit Charité oder Vivantes haben. „Die Kolleginnen und Kollegen der Labor Berlin GmbH stehen nicht alleine. Sie können sich auf die Solidarität der Beschäftigten bei Charité, Vivantes und in den anderen Tochtergesellschaften verlassen“, betont Jäger.