Vivantes

Streik: Vivantes bricht Notdienstverhandlungen einseitig ab

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Streik: Vivantes bricht Notdienstverhandlungen einseitig ab

Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Streik: Vivantes bricht Notdienstverhandlungen einseitig ab


Wie bereits am heutigen Vormittag von ver.di angekündigt, ruft die Gewerkschaft für den morgigen Dienstag, den 29. Juni 2021 zahlreiche Bereiche der Vivantes-Tochterfirmen zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Leider hat die Arbeitgeberseite entsprechende Verhandlungen zu einer Notdienstvereinbarung einseitig abgebrochen. Nachdem am Freitag schon keine Kompromissbereitschaft bestand, brach die Arbeitgeberseite heute längeren Verhandlungen die Gespräche ab. Nach Einschätzung von ver.di waren die Arbeitgebervertreter/innen nicht sprech- und entscheidungsfähig. ver.di war auch am heutigen Montag bereit, einen Notdienst zu vereinbaren und war in allen strittigen Punkten kompromissbereit. ver.di wird nun einseitig einen Notdienst sicherstellen, um die Versorgung der bestreikten Bereiche mit lebenswichtigen Dienstleistungen sicherzustellen.

Der Anlass für den Streik bei Vivantes ist die Tatsache, dass für die Tochtergesellschaften derzeit kein Tarifvertrag gilt, in zwei Gesellschaften finden Tarifverträge für das Hotel- und Reinigungsgewerbe Anwendung, die Einstiegslöhne vieler Beschäftigter liegen unter dem Landesmindestlohn Berlin. ver.di will hingegen erreichen, dass für alle Beschäftigten in den Tochterfirmen der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gilt. Die Beschäftigten im Mutterhaus Vivantes werden nach TVöD bezahlt, in den Tochtergesellschaften erhalten die dort tätigen Beschäftigten rund ein Drittel weniger Entgelt.

Die Tochterfirmen von Vivantes sind u.a. zuständig für die Speiseversorgungslogistik, Reinigung, die Medizinischen Versorgungszentren, die ambulante Rehabilitation, Sterilisation, Logistik oder den Patiententransport. Tätig sind hier ca. 2.300 Beschäftigte, ein Teil davon ist beim Mutterkonzern angestellt, jedoch in Tochterfirmen tätig und wird daher nach dem TVöD bezahlt („gestellte“ Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer). Die Belegschaft ist hier also gespalten, dieselbe Tätigkeit wird unterschiedlich bezahlt, was aus Sicht von ver.di nicht länger hinnehmbar ist.