Vivantes

Krankenhäuser in Berlin verschaffen sich Respekt

Charité und Vivantes

Krankenhäuser in Berlin verschaffen sich Respekt

Erfolgreiche Warnstreiks bei Charité und Vivantes
unterwegs ver.di Erfolgreiche Warnstreiks bei Charité und Vivantes


Am Dienstag und Mittwoch haben wir in der Charité – mit Schwerpunkt in Pflege und Funktionsdienst – einen aus unserer Sicht guten Warnstreik hingelegt. Pro Tage waren, über alle Standorte hinweg, ca. 200 Kolleginnen und Kollegen im Streik. Mit einer Notdienstvereinbarung, unserer altbewährten Not-dienstvereinbarung, wären es sicherlich doppelt so viele gewesen. Dass mehr Kolleg*innen gerne gestreikt hätten, das hatte sich schon vorher bei der Abfrage auf den Stationen und in den Bereichen abgezeichnet. Leider hatte die Arbeitgeberseite erst am Dienstag begonnen, das Elektivprogramm zu reduzieren und OPs zu schließen, so dass im Prinzip die Betten belegt waren. Auch gab es viel Druck von Führungskräften auf Beschäftigte, sich nicht am Streik zu beteiligen; ganze Bereiche wurden mit Nachdruck vom Streik zurückgehalten, insbesondere die ITS’en. Aber die Streikwilligen haben auch viel Unterstützung von mutigen Bereichs- und Stationsleitungen erfahren.


Sehr viele KollegInnen haben sich am ersten Streiktag an der Petition „Für eine Notdienstvereinbarung, die ihren Namen verdient“ beteiligt. Innerhalb von 5 Stunden haben wir - über alle Standorte hinweg - mehr als 1.200 Unterschriften eingesammelt. Diese wurden heute Mittag den Fraktionsvor-sitzenden von SPD, Grüne/Bündnis 90 und Die Linke übergeben. Die Politiker*innen unterstützen un-sere Forderung nach Abschluss unserer Notdienstvereinbarung, die sich schon bei anderen Tarifausei-nandersetzungen erfolgreich bewährt hat.

Da sich die Arbeitgeber bisher in der laufenden TVöD-Runde nicht bewegen ist davon auszugehen, dass wir noch weitere Streiktage schon im Oktober (!) vor uns ha-ben. Wir erwarten deshalb, dass die Geschäftsführung einlenkt. Bei diesem Warnstreik konnten größere Probleme in der Patien-tenversorgung vermieden werden - vor allem aber aufgrund dessen, dass Beschäftigte der Charité verantwortungsbewusst agieren und weder die Patienten noch ihr Team im Stich lassen. Damit rechnen jedoch Vorstand und Chefärzte – aber wir werden das nicht noch einmal so hinnehmen, dass wir einen Streik sozusagen im Normalbe-trieb fahren müssen!

Am gestrigen Tag gab es für Berlin eine völlig neue Situation. Erstmalig streikten Vivantes und Charité am gleichen Tag – Seite an Seite. Wir haben uns um 9.00 Uhr am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus gesammelt (daher waren die Standorte so leer!) und dann eine fulminante Demonstration zum Brandenburger Tor hingelegt. Dort wurden wir vom ver.di Bundesvorsitzenden, Frank Werneke, erwartet, der bei super Wetter eine Rede an die Streikenden hielt.

Unsere zentrale Botschaft: Wir erwarten von der VKA eine BEWEGUNG in die richtige Richtung – Jetzt! 300€ Zulage für Beschäftigte mit Patientenkontakt, bezahlte Pause bei Wechselschicht, Anhe-bung des Samstagszuschlags auf 20% - das ist das Mindeste, was am GESUNDHEITSTISCH rüberkom-men muss. Viel Jubel gab es auch bei der Forderung, dass die Arbeitszeit für West und Ost-Beschäftigte nicht mehr unterschiedlich sein darf. Auch wenn bei Vivantes und Charité schon lange für beide Seiten der Stadt die 39-Std.-Woche gilt – in Brandenburg sieht das noch ganz anders aus. Die Arbeitgeber bieten an, die AZ-Verkürzung um eine Std. erst in 2025 (!) umzusetzen. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten im Öffentlichen Dienst in den östlichen Bundesländern - und geht so gar nicht!

Am Nachmittag haben wir mit einer kleineren Delegation noch unsere politischen Forderungen bei Gesundheitsminister Spahn und der Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci bei der Gesundheitsminis-terkonferenz (GMK) vorgetragen. Wir erwarten von den Gesundheitspolitikern, dass das DRG-System abgeschafft, die neue PPR 2.0 eingeführt wird und auch bestehende Tochterunternehmen rückinte-griert und unter das Dach des TVöD geholt werden. Bei Charité und Vivantes konnten wir dazu im letzten Jahr gemeinsam einen Erfolg einfahren: Die Therapeuten-Töchter sind wieder zurück!

Insofern denken wir, dass das zwei sehr erfolgreiche Tage für uns waren – und wir lassen uns nicht einreden von der Geschäftsführung, dass unser Streik sie kaum berührt.
Wir machen weiter! Klatschen war gestern... !!!