Vivantes

Kein Konsens bei Personalbesetzung

Charité und Vivantes

Kein Konsens bei Personalbesetzung

Tarifverhandlungen zu Entlastung bei Charité und Vivantes
Plakatmotiv ver.di Kein Konsens bei Personalbesetzung


Bei den Tarifverhandlungen über Entlastung des Klinikpersonals an der Charité haben sich die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber bis Freitagabend in vielen Punkten auf Kompromisse verständigt. In der entscheidenden Frage der konkreten Personalbesetzung gibt es bisher allerdings keine Annäherung. »Auf dem Weg zu einer Lösung des Tarifkonflikts sind wir weit vorangekommen. Doch die Grundlage einer Einigung ist die Festlegung, wie viel Personal auf den Stationen und in den Bereichen nötig ist», erklärt Melanie Guba, die für ver.di die Tarifverhandlungen an der Charité führt.

In einigen Bereichen wolle die Charité den völlig unzureichenden Ist-Zustand festschreiben, wie in den OPs und der Anästhesie: »Wir brauchen für alle Abteilungen bedarfsgerechte Personalstandards, bei denen die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet wird. Die Teams haben hierzu konkrete Vorschläge entwickelt, die keineswegs überzogen sind«, sagt Guba. »Wenn die Charité zum Beispiel vorschlägt, dass eine Pflegeperson auf Normalstationen nachts bis zu 20 Patientinnen und Patienten betreut, ist das nicht akzeptabel. Damit wird man den Patienten nicht gerecht und aus Gründen des Arbeitsschutzes ist das auch unverantwortlich. Hier muss die Arbeitgeberseite dringend nachbessern.«

»Wir sind noch heute bereit, die Verhandlungen fortzusetzen und zu einer schnellen Lösung zu kommen. Aber diese kann nicht darin bestehen, unzureichende Personalstandards festzuschreiben«, betont Guba. »Das Modell des Belastungsausgleichs für die Arbeit in unterbesetzten Schichten, auf das wir uns grundsätzlich bereits verständigt haben, lässt der Charité Zeit, das benötigte Personal aufzubauen«, erläutert die Gewerkschafterin. »Wir erwarten keine Wunder, sondern nur ein konsequentes Handeln im Sinne der Beschäftigten und Patienten.«

Beim kommunalen Klinikkonzern Vivantes ist trotz konstruktiver Sondierungsgespräche in den vergangenen Tagen ebenfalls keine kurzfristige Einigung in Sicht. »Das bisherige Arbeitgeberangebot zur Personalbesetzung lässt viele Bereiche außen vor und ist in anderen noch unzureichend«, sagt Oliver Bandosz, der für ver.di die Tarifverhandlungen bei Vivantes führt. Die ver.di-Tarifkommission hat deshalb ein eigenes Eckpunktepapier zur Beilegung des Konflikts vorgelegt. »Doch statt lösungsorientiert weiter zu verhandeln, will die Arbeitgeberin die Gespräche erst Anfang der Woche fortsetzen«, berichtet der Gewerkschafter. »Wir hätten die mit dem Streik verbundenen Belastungen für Beschäftigte und Patienten gerne schneller beendet. Sollte sich die Vivantes-Geschäftsführung eines Besseren besinnen, stehen wir auch am Wochenende jederzeit für die Fortsetzung der Gespräche zur Verfügung.«