Pflege braucht genug Personal!

Streik endet nach 52 Tagen

Vivantes Service Gesellschaft

Streik endet nach 52 Tagen

Streikende Ingo Müller Zusammenstehen!!

Am Mittwochabend, um 21.10, nach mehr als 6 Stunden Verhandlung, haben die ver.di-Tarifkommission und die Geschäftsführung der VSG ein Tarifergebnis erzielt. Diesem Ergebnis haben heute auch die Streikenden mit großer Mehrheit zugestimmt und sind somit der Empfehlung ihrer Tarifkommission gefolgt. Damit endet der Arbeitskampf nach insgesamt 52 Tagen und die KollegInnen kehren spätestens am Samstag mit der Frühschicht in ihren Dienst zurück.

Erinnert Euch: Der neue Haustarifvertrag wird auf die bestehende RAB (Rahmenarbeitsbedingungen), die die Geschäftsführung nach einem langen Streik und vielen Verhandlungstagen Anfang 2017 einseitig umgesetzt hatte, aufsetzen. Schon die Regelungen, die letztes Jahr eingeführt wurden, wurden von ver.di und vielen streikenden Kolleg*innen durchgesetzt.

Bezogen auf die gesamte Tarifauseinandersetzung von über 2 Jahren konnten wir eine Personalkostensteigerung um 30 % durchsetzen. Mit
dem nun erzielten Ergebnis werden viele Beschäftigte ein Niveau von mindestens 90% des TVöD erreichen. Auch im Bereich der Manteltarifvertragsregelungen (Zulagen, Zuschläge, freie Tage für Nachtarbeitszeiten, …) konnten wir teilweise Gleichstellungen, mindestens jedoch sichtbare Annäherungen an die Regelungen der Vivantes-Mutter erreichen.

Das Ergebnis – zusätzlich zu den Regelungen der jetzt schon eingeführten Rahmenarbeitsbedingungen – stellt sich wie folgt dar:

  • ab 1.1.2018: 70€ Sockelbetrag für die Entgeltgruppen A und B; 2,1% lineare Erhöhung für EG C bis F (Umsetzung rückwirkend!)
  • ab 1.1.2019: 60€ Sockelbetrag für EG A und B; nochmals 2,1% für die EG C bis F
  • ab 1.1.2020: 3,5% für alle Entgeltgruppen

Insgesamt also mindestens ein Plus von 200€

  • zum 1.1.2019 werden Beschäftigte der Zentralsterilisation mit FK I stufengleich von der EG B in die EG C aufsteigen; KollegInnen, die bisher schon in der Gruppe C waren (Schichtleitung, Steri IT) bekommen eine Zulage von 200€, um das Entgeltgefüge zu erhalten.
  • Bei allen Beschäftigten werden Vordienstzeiten, die bei anderen Vivantes-Töchtern sowie bei Vorgängereinrichtungen erworben wurden, voll anerkannt, was sich z. B. auf den Urlaubsanspruch auswirkt.
  • Der Urlaub steigt ab 2019 an: Einsteiger erhalten 28 Tage, ab dem 4. Jahr 29 Tage und ab dem 8. Jahr 30 Tage. Alle schon erreichten Besitzstände bleiben bestehen.
  • Aufstockung der Jahressonderzahlung: 2018 = 750€, 2019 = 850€, 2020 = 950€ und ab 2021 = 1000€
  • Einführung eines Krankengeldzuschusses – statt einer Aufstockung nur bis zum Ende der 6. Woche (gesetzlich), wird der Zeitraum nun bis zum Ende der 12. Woche verlängert.
  • Laufzeit des Tarifvertrages vom 1.1.18 bis zum 31.3.2021

„Mit diesem Arbeitskampf wurde viel erreicht – die KollegInnen können stolz auf sich sein, denn die erzielten Verbesserungen werden spürbare Wirkung entfalten. Dennoch ist festzustellen, dass dieses Tarifergebnis nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur vollen Angleichung an die TVöDBeschäftigten in die VSG sein kann. Wir werden unser Ziel weiterverfolgen“, darüber sind sich Meike Jäger, ver.di-Verhandlungsführerin und die Tarifkommissionsmitglieder einig.

Zu beachten ist: Der Streik wird ab Freitag „herruntergefahren“. Ab Samstag, mit der Frühschicht, gilt für alle wieder der normale Dienstplan.

Die ver.di-Tarifkommission und die Streikenden bedanken sich bei allen aktiv solidarischen Kolleginnen und Kollegen – seien sie bei Vivantes und seinen vielen Tochterunternehmen oder seien sie auch in anderen Betrieben oder Institutionen tätig. Ihre Unterstützung war wichtig, um den längsten Tarifkampf in der Geschichte von Vivantes durchzuhalten und am Ende auch einen Tarifvertrag mit einem guten Ergebnis durchzusetzen.
Ein wichtiges Etappenziel wurde erreicht. Darüber freuen wir uns jetzt erst einmal.

Es grüßen Euch Eure ver.di-Tarifkommission – Andreas, Daniel, Juliane, Matthias, Marcus, Mario und Thomas sowie Meike und Janine von ver.di