Vivantes

Erstes Angebot für Vivantes-Tochtergesellschaften unzureichend.

Charité und Vivantes

Erstes Angebot für Vivantes-Tochtergesellschaften unzureichend.

Vivantes ist erstmals bereit, mit ver.di über einen Tarifvertrag Entlastung zu verhandeln.
Plakatmotiv ver.di Erstes Angebot für Vivantes-Tochtergesellschaften unzureichend.


In den Tarifkonflikt um Entlastung beim Berliner Krankenhausbetreiber Vivantes kommt Bewegung. »Die Vivantes-Geschäftsführung hat bei einem Gespräch am Dienstag erstmals verbindlich zugesagt, mit ver.di Tarifverhandlungen aufzunehmen«, berichtet die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Meike Jäger. »Dass sich nun endlich etwas bewegt, ist dem anhaltenden Druck aus den Betrieben und den vielen Aktionen der Beschäftigten zu verdanken.« Leider sei der Arbeitgeber nicht auf den ver.di-Vorschlag eingegangen, die Tarifverhandlungen bereits am Donnerstag aufzunehmen. Stattdessen soll am Montag und Mittwoch kommender Woche verhandelt werden.

»Wir begrüßen es sehr, dass die Vivantes-Spitze endlich verhandlungsbereit ist. Wie weit die Kompromissbereitschaft geht, muss sich allerdings erst noch erweisen«, sagt Jäger. Die konkreten Forderungen der Gewerkschaft seien dem Management schon seit Wochen bekannt. »Von daher wäre im gestrigen Tarifgespräch mehr Klartext angebracht gewesen. Nach dem Scheitern der bisherigen Vermeidungsstrategie und der juristischen Manöver rund ums Streikrecht erwarten wir nun eine flottere Gangart.« Die Mitglieder der ver.di-Tarifkommission sehen das Vorgehen der Klinikleitung noch mit zwiespältigen Gefühlen. »Die Vorstände hatten mehr als genug Zeit, sich mit unseren Forderungen auseinandersetzen und Lösungen zu erarbeiten«, sagt die Krankenpflegerin Paula Schenkenberger, die auf einer Intensivstation des Vivantes-Klinikums Neukölln arbeitet. »Offenbar nehmen sie die Situation noch nicht ernst genug. Müssen wir erst in den unbefristeten Streik gehen, damit sich auch wirklich etwas bewegt?« Die Hebamme Denise Klein-Allermann aus dem Vivantes-Klinikum Friedrichshain ergänzt: »Meine Priorität ist das Wohlergehen von Mutter und Kind während der Geburt. Unzumutbare Arbeitsbedingungen möchte ich nicht mehr klaglos hinnehmen. Es ist nicht mein Ziel zu streiken, aber um das zu verhindern, müssen jetzt konkrete Vorschläge und Lösungen auf den Tisch. Der Arbeitgeber muss jetzt schnell liefern!« Bei den Vivantes-Tochterunternehmen gab es in der siebten Verhandlungsrunde am Dienstagnachmittag ebenfalls Bewegung. »Zum ersten Mal überhaupt hat die Arbeitgeberseite ein Tarifangebot vorgelegt. Das ist positiv und ein großer Erfolg der Warnstreiks und Proteste«, betont der ver.di-Verhandlungsführer für die Vivantes-Tochtergesellschaften, Ivo Garbe. »Allerdings ist das Angebot noch meilenweit von dem entfernt, was die Beschäftigten erwarten: die schrittweise Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).« Am Ende müsse stehen, dass die gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werde. »Darunter geht es nicht. Das werden die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften mit einem weiteren Warnstreik am Freitag deutlich machen«, kündigt der Gewerkschafter an.

Diese Woche sind die ver.di-Mitglieder bei Charité, Vivantes und in den Vivantes-Tochtergesellschaften zur Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf aufgerufen. Die Ergebnisse werden am kommenden Montag (6. September) bekanntgegeben. Für das Uniklinkum Charité werden die Tarifverhandlungen zur Entlastung des Klinikpersonals am heutigen Mittwoch fortgesetzt.