Pflege braucht genug Personal!

Erfolgreicher Warnstreik bei der Vivantes Service GmbH!

Erfolgreicher Warnstreik bei der Vivantes Service GmbH!

am 12. und 13.4.16

„Herzlichen Glückwunsch liebe Geschäftsführung zu 15 Jahren Vivantes! Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren aktiver Mitwirkung am Raubbau an der Gesundheitspolitik.“ So begrüßte ein Mitglied der Tarifkommission am Mittwoch morgen vor ca. 200 Streikenden und ihren Unterstützer/innen vor der Vivantes-Zentrale in der Aroser Allee die Geschäftsführung im Gebäude.

Der Warnstreik bei der Vivantes Service GmbH dauerte 2 Tage und untermauerte eindrücklich die Forderung nach Beschäftigung nach dem gleichen Tarifvertrag wie in der Muttergesellschaft Vivantes, dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Während die Kolleg/innen bei Vivantes sich auf Warnstreiks für Tariferhöhung und den Erhalt ihrer Altersversorgung vorbereiten, stehen die Kolleg/innen der Service GmbH teilweise ganz ohne Tarifvertrag da – und werden teilweise mit Löhnen am Mindestlohn abgespeist. Im letzten Jahr waren noch einmal sehr viele Kolleg/innen in die Service GmbH ausgegliedert worden. Obwohl für sie immer noch der TVöD gilt, zeigten sich viele von ihnen solidarisch mit den tariflosen Kolleg/innen. „Alle für einen – einer für alle – TVöD“ stand auf den Buttons, die sich fast alle streikenden Kolleg/innen anhefteten.

In drei Verhandlungsrunden hatte die Geschäftsführung bisher kein Angebot vorgelegt. Das nehmen die Kolleg/innen nicht länger hin. Beschäftigte aus den verschiedenen Standorten aus den Bereichen Zentralsterilisation, dem Patientenbegleitservice, der Technik, der Wäscheversorgung und aus Lager und Logistik versammelten sich am Dienstag an den zentralen Streikorten in Friedrichshain und Neukölln.

Bei gutem Wetter und ausgezeichneter Stimmung war für die Beschäftigten eines klar: wenn die Geschäftsführung sich nicht sehr deutlich bewegt, werden sie wiederkommen. „Wir waren sehr geduldig und haben lange darauf gewartet, dass die Geschäftsführung sich bewegt. Jetzt haben wir auch einen langen Atem im Streik“, so der Tenor der Beschäftigten

Unterstützung kam von vielen Seiten – von anderen Beschäftigten bei Vivantes den Therapeut_innen, die selbst gegen die Ausgliederung in ihrem Bereich kämpfen, und der Pflege. Gemeinsam stehen die Beschäftigten bei Vivantes in der Kampagne „Zusammenstehen“ Seite an Seite. Auch aus anderen Berliner Landesbetrieben, wo die Beschäftigten sich gegen prekäre Beschäftigung zur Wehr setzen, und nicht zuletzt der CFM, der großen Servicegesellschaft der Charité, kamen Solidaritätsbekundungen. Und nicht zuletzt auch aus der Politik. Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion der LINKEN im Abgeordnetenhaus, Wolfgang Albers, erklärte: „ Die Linksfraktion unterstützt (…) die Forderung der Streikenden und ihrer Gewerkschaft nach einem einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten des Unternehmens und dessen Tochtergesellschaften (...). Gesundheitssenator Mario Czaja sitzt derweil im Aufsichtsrat von Vivantes und erlebt hier die Auswirkungen seiner eigenen Politik. Von seiner vollmundig verkündeten Trendwende in der Krankenhausfinanzierung ist vor Ort nichts zu spüren. Bei den Beschäftigten kommt davon nichts an.“