Vivantes

Vivantes unterläuft das Streikrecht und gefährdet das Patientenwohl

Vivantes unterläuft das Streikrecht und gefährdet das Patientenwohl

Die Vivantes-Geschäftsführung hat unsere Notdienstvereinbarung (Betten- &
Stationsschließung) abgelehnt (Stand 18.4.)
Stattdessen fordert sie, dass wir die bisher übliche Vereinbarung schließen. Wir
kennen die Konsequenzen aus früheren Streiks: viele Koll_eg_innen mussten dabei
auf ihr Streikrecht verzichten, um Patient_innen nicht zu gefährden und/oder die
eigenen Kolleg_innen nicht zu stark zu belasten.
Dazu sind wir nicht mehr länger bereit! Nur wenn wir kraftvoll zeigen, dass unsere
Geduld am Ende ist, wird sich etwas verändern. Ein wirklicher Streik im Krankenhaus
ist nur denkbar, wenn die Patientenzahlen für die Zeit des Streiks reduziert werden.
Die Geschäftsleitung meint,
- es handele sich ja „nur“ um die Tarifrunde öD, da wäre ein Stations- und
Bettenschließungstreik unverhältnismäßig.
Wir sagen: Es ist nicht Sache der Geschäftsführung zu entscheiden, für welche
berechtigten Forderungen wir in Streik gehen. Das Streikrecht ist nicht abgestuft nach
der Frage, wie wichtig dem Arbeitgeber die Forderung erscheint. Die Aussage zeigt
nur: auch die Geschäftsführung weiß, dass andere Probleme NOCH dringender sind.
Wir werden sie erinnern, wenn wir für Mehr Personal und Entlastung mobilisieren.
- die wirklichen Probleme könne nur der Gesetzgeber lösen.
Wir sagen: Wir haben einen Arbeitsvertrag mit Vivantes. Vivantes ist verantwortlich für
unsere Arbeitsbedingungen. Vivantes ist unser Tarifpartner. Wir streiken nicht gegen
Vivantes. Wir streiken für unsere berechtigten Forderungen.
- unsere Vereinbarung sei nicht realisierbar.
Wir sagen: Sie ist schon realisiert worden. An der Charité hat sie funktioniert und kein
einziger Patient wurde dadurch gefährdet. Warum Vivantes ganz anders sein soll als
die Charité, ist nicht erklärt worden.
- die neue Vereinbarung sei nicht verantwortbar, weil die Betten voll sind
Wir sagen: genau deshalb kündigen wir den Streik langfristig vorher an die Betten
können schon im Vorfeld nicht belegt werden.
- die Notfallversorgung müsse gewährleistet sein (Aufnahmen über Rettungsstelle)
Wir haben immer gesagt und sagen das weiter die Notfallversorgung bleibt
gewährleistet. Die Gefährdung von Patienten findet in den überlasteten
Rettungsstellen jeden Tag statt nicht im Streik. Im Streikfall sind Rettungsstellen u.U.
bei der Feuerwehr abzumelden, so wie bei ganz
normaler
V.i.S.d.P und Kontakt:ver.di Bezirk Berlin, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin, JanineBalder,
Janine.Balder@verdi.de
Überfülllung auch.
- Die Absage der elektiven (planbaren) Eingriffe würde nicht ausreichen
Wir sagen: Die Streikleitung/Clearingstelle wird auf den einzelnen Stationen
überprüfen, ob und wie Betten durch verantwortungsvolle Entlassungen, Verschieben
planbarer OPs, Verlegung auf andere Stationen geschlossen werden können. Wir
erwarten hier konstruktive Kooperation seitens des Arbeitgebers und der Ärzteschaft.
Diese muss JETZT beginnen.
Aufgrund der hohen Streikbereitschaft auf einigen Stationen, melden wir frühzeitig,
damit Vivantes Vorbereitungen treffen kann. Durch die lange Vorankündigungszeit für
Stations- und Bettenschließungen wird gerade eine Patientengefährdung vermieden.
Das hat das Beispiel Charité gezeigt. Es liegt in der Verantwortung von Vivantes,
JETZT entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Bisher konnten viele Koll_innen das Streikrecht nicht wahrnehmen, weil die
Verantwortung für Patient_innen übernommen werden musste.
Die Stationen und Bereiche arbeiten auch im Alltag zum Teil mit Notbesetzungen.
Einige Bereiche und Häuser sind jetzt schon zu über 100 % ausgelastet.
Das scheint niemanden zu stören! Der Alltag ist zum Teil patientengefährdend (Betten
müssten gesperrt werden).
Wir haben deutlich angekündigt, dass die Beschäftigten nicht den Notdienst auf den
Stationen übernehmen werden, die wir als zu schließen melden es liegt in der
Verantwortung des Arbeitgebers, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen!
ver.di hat erklärt, dass wir unsere Notdienstvereinbarung einseitig einhalten. Wir haben
vorfristig am Sonntagabend die Stationsschließungen gemeldet.
Vivantes hat dadurch die Möglichkeit, sich auf den Streik vorzubereiten und
Patientengefährdungen zu vermeiden.
Außerdem haben wir angeboten, dass unsere Notdienstvereinbarung jederzeit
unterschrieben werden kann.
Wir übernehmen die Verantwortung – für ein Gesundheitssystem, das wieder gut
funktioniert. Für Arbeitsbedingungen, die uns nicht krank machen. Für das
Krankenhaus.
Lasst Euch den Streik nicht durch Vivantes verbieten!
Setzt das Signal – beteiligt Euch am Warnstreik!