Vivantes

Vivantes bricht einseitig Tarifverhandlungen ab

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Vivantes bricht einseitig Tarifverhandlungen ab

Warnstreik bei Vivantes-Tochterfirmen ver.di Vivantes bricht einseitig Tarifverhandlungen ab


Die heutigen Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Berliner Krankenhauskonzern Vivantes für die Beschäftigten in den Tochtergesellschaften endeten im einseitigen Abbruch der Verhandlungen durch Vivantes. „Leider hat die die Arbeitgeberseite immer noch kein Angebot vorgelegt. Wir müssen davon ausgehen, dass versucht wird, Verhandlungen zu boykottieren und auf Zeit zu spielen. Auch der Vorschlag der Arbeitgeber, ein Schlichtungsverfahren durchzuführen, ist eine Finte. Da nichts auf dem Tisch liegt, gibt es auch keine Grundlage für eine Schlichtung. Die Arbeitgeberseite hat offenbar kein Interesse an einer Lösung“, sagt Ivo Garbe, ver.di-Verhandlungsführer. So habe die zuständige ver.di-Tarifkommission heute nach den Verhandlungen getagt, die Ergebnisse beraten und beschlossen, Delegierte aus allen Bereichen der Vivantes-Tochtergesellschaften am Donnerstag und Freitag zusammenzurufen, um die Forderungen nach dem TVöD für alle zu bekräftigen und das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Dies erfolgt während eines zweitägigen Warnstreiks.

Am morgigen Mittwoch, dem 7. Juli 2021 verhandeln ver.di und die Arbeitgeber über eine Notdienstvereinbarung, um so Nachteile für Patient/inn/en auszuschließen und einen eingeschränkten Not-Betrieb während des Streiks sicherzustellen.

Aufgerufen sind die Beschäftigten der Vivantes Tochtergesellschaften MVZ GmbH, VivaClean Nord und Süd GmbH, Vivantes Service Gesellschaft GmbH, Speiseversorgung und -logistik GmbH und Rehabilitation GmbH.

Die Einstiegslöhne vieler Beschäftigter liegen unter dem Landesmindestlohn Berlin, ver.di will hingegen erreichen, dass für alle Beschäftigten in den Tochterfirmen der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gilt. Die Beschäftigten im Mutterhaus Vivantes werden nach TVöD bezahlt, in den Tochtergesellschaften erhalten die dort tätigen Beschäftigten rund ein Drittel weniger Entgelt. Die Tochterfirmen von Vivantes sind u.a. zuständig für die Speiseversorgungslogistik, Reinigung, die Medizinischen Versorgungszentren, die ambulante Rehabilitation, Sterilisation, Logistik oder den Patiententransport. Tätig sind hier insgesamt ca. 2.300 Beschäftigte, rund die Hälfte davon ist beim Mutterkonzern angestellt, jedoch in Tochterfirmen tätig und wird daher nach dem TVöD bezahlt („gestellte“ Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer). Die Belegschaft ist hier also gespalten, dieselbe Tätigkeit wird unterschiedlich bezahlt. „Nach Jahren der Ungerechtigkeit wollen wir jetzt erreichen, dass die Billigtochtergesellschaften ihre Beschäftigten endlich genauso bezahlen, wie die Kolleginnen und Kollegen im Mutterkonzern. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden muss!“, sagt Ivo Garbe.