Vivantes

Streiks in Berliner Kliniken werden ausgeweitet

Charité und Vivantes

Streiks in Berliner Kliniken werden ausgeweitet

Notfall- und Patientenversorgung nicht gefährdet - ver.di sieht Arbeitgeber und Senat am Zug
Mehr von uns ist besser für alle! ver.di Streiks in Berliner Kliniken werden ausgeweitet  – Notfall- und Patientenversorgung nicht gefährdet - ver.di sieht Arbeitgeber und Senat am Zug



Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird die Streiks bei Charité und Vivantes sowie in den Vivantes-Tochtergesellschaften in dieser Woche ausweiten. „Heute und in den kommenden Tagen werden jeweils über 1.000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, um für Entlastung und faire Bezahlung Druck zu machen“, kündigt Meike Jäger an, die bei ver.di in Berlin und Brandenburg für das Gesundheitswesen zuständig ist. „Dabei sind Betten und ab Dienstag auch ganze Stationen zur vorübergehenden Schließung angemeldet.“ Auch bei den Töchtern von Vivantes ist nach dem unzureichenden Angebot der Arbeitgeber am Freitag kein erneutes Angebot über das Wochenende gekommen. Daher wird der Streik auch bei den Tochterunternehmen in dieser Woche fortgesetzt.

Zugleich stellt die Gewerkschafterin klar, dass die Notfall- und Patientenversorgung durch den Streik nicht gefährdet werden. „Die Kolleginnen und Kollegen streiken sehr verantwortungsvoll – so, wie es von Krankenhausbeschäftigten zu erwarten ist.“ Wo immer Notfälle oder auf den Stationen befindliche Patientinnen und Patienten nicht anders versorgt werden könnten, seien Streikende bereit, ihre Arbeit vorübergehend wiederaufzunehmen. Die ver.di-Streikleitung sei in engem Kontakt mit den Teams vor Ort, strittige Fälle würden in der sogenannten Clearingstelle zwischen Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter*innen geklärt. „Das funktioniert gut und es gibt keinen Anlass, eine Gefährdung von Patientinnen und Patienten herbeizureden“, betont Jäger. Sie kritisiert, dass die Arbeitgeber die Verhandlungen sowohl über den Tarifvertrag Entlastung in den Kliniken als auch über die Einführung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) in den Vivantes-Tochtergesellschaften einseitig unterbrochen haben. „Die Arbeitgeber hatten 120 Tage Zeit, konkrete Vorschläge zur Beilegung der Tarifkonflikte zu machen. Sie können von den Beschäftigten nicht erwarten, dass sie den Streik sofort unterbrechen, nur weil sie jetzt grundsätzlich verhandlungsbereit sind. Die Arbeitgeber sind am Zug. Wir sind jederzeit bereit, Verhandlungen zu führen und dabei sehr schnell zu Ergebnissen zu kommen. Voraussetzung dafür sind konkrete Angebote und Vorschläge zur Umsetzung, über die man auch tatsächlich konstruktiv verhandeln kann“, so Meike Jäger.

Die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Feldkötter appelliert erneut an den Berliner Senat, die landeseigenen Klinikbetreiber zu Tarifkompromissen zu bewegen: „Wir begrüßen den Vorstoß von Grünen und Linken, dass sich der Senat und vor allem auch der Finanzsenator stärker in den Tarifkonflikt einbringen müssen. Die Krankenhausbeschäftigten erwarten mehr als warme Worte. Die Landespolitik muss die nötigen Rahmenbedingungen schaffen und Verantwortung für bessere Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung in den landeseigenen Krankenhäusern und den Tochterunternehmen von Vivantes übernehmen. Sie steht im Wort. Für die Beschäftigten muss sich so schnell wie möglich etwas bewegen.“