Pflege braucht genug Personal!

Heraus zum 8. März!!

Heraus zum 8. März!!

Von wegen Krankenschwestern streiken nicht!

»Denn deutsches Pflegepersonal streikt nicht.
Das Idealbild der deutschen Krankenschwester
leitet sich von der christlichen Ordensschwester
her, und die rackert aus Nächstenliebe und
für Gotteslohn. Streiken? Alle mögen streiken,
Piloten, Lokführer, selbst Beamte und auch
die Ärzte – die deutsche Schwester und ihre
seltenere männliche Inkarnation, der Pfleger,
bleiben am Krankenbett. Schlimmstenfalls gehen
sie zur Demo, sofern für Vertretung gesorgt ist.«
(Zeit Online 2014)
Über 80 Prozent der Beschäftigten in Gesundheitsberufen sind Frauen*, aber wir haben das Bild der aufopfernden Krankenschwester satt! Nicht nur,
weil es Fürsorglichkeit, Empathie und Aufopferungsbereitschaft als natürlich weibliche Eigenschaften propagiert. Sondern auch, weil es vornehmlich
von den Geschäftsführungen der Krankenhäuser benutzt wird, um Stellen abzubauen, Qualifikationsstandards zu senken und die Arbeitskraft der
Beschäftigten über jegliche Belastungsgrenzen hinweg auszuquetschen.


Aufklärende Gespräche, die emotionale Unterstützung von Angehörigen oder die Zuwendung bei Ängsten und Problemen sind ein enorm wichtiger Teil der Arbeit und Voraussetzung für gute Genesungsbedingungen der Partien*innen. Im rationalisierten Krankenhaus zählen diese jedoch
nicht als Teil der Arbeit, sondern sollen nebenher erledigt werden. Angenommen wird, dass diese Fähigkeiten den Beschäftigten – also vor allem den
Frauen* – ja ohnehin in den Schoß gefallen sind.


Die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens und die Profitlogik der Krankenhäuser haben zu einer enormen Rationalisierung in diesem Bereich geführt
– meistens in Form von Personalabbau, Arbeitsverdichtung und Outsourcing. An deutschen Kliniken regt sich daher vermehrt Widerstand.
Dieser stellt auch die traditionellen Rollenbilder in Frage. Gegen den Berufsethos, der es Krankenschwestern verbietet zu streiken, organisiert sich
eine Tarifbewegung für feste Personalquoten. Fürsorglichkeit soll nicht als Schmiermittel für
Personalabbau und Arbeitsverdichtung dienen!


Wir wollen uns als Pflegende und Gepflegte in diesem System nicht länger gegeneinander ausspielen lassen und kämpfen daher gemeinsam für
eine bedarfs- und bedürfnisorientierte Gesundheitsversorgung. In Zeiten von AfD und Trump ist unsere Bewegung auch Teil einer feministischen Offensive,
die gegen alte Rollenbilder und für eine Care Revolution eintritt.
Berlinerinnen und Berliner
für mehr Personal im Krankenhaus
Wir sehen uns auf der
Demo am 8. März!
17 Uhr | Hermannplatz
Ecke Hasenheide