Pflegeberufe

Seit März 2017 zwölf Verhandlungsrunden - noch keine Einigung …

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Seit März 2017 zwölf Verhandlungsrunden - noch keine Einigung in Sicht

Tarifverhandlungen mit der Paritätischen Tarifgemeinschaft für die Sozialwirtschaft in Brandenburg


Seit März 2017 werden zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Paritätischen Tarifgemeinschaft e.V. (PTG) für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft im Land Brandenburg Tarifverhandlungen geführt. Mit dem Tarifvertrag sollen die Arbeitsbedingungen von mindestens 2.000 Beschäftigten in den Bereichen der stationären, teilstationären und ambulanten Pflege, in Kindertagesstätten, in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Behindertenbetreuung und in Werkstätten für behinderte Menschen spürbar verbessert werden. Mit dem Tarifvertrag sollen die Berufe in der Sozialwirtschaft nachhaltig aufgewertet und dem Fachkräftemangel aktiv entgegengewirkt werden.

Die Tarifverhandlungen mit der PTG wurden im Oktober 2016 im Rahmen einer Sondierung verabredet und im Februar 2017 aufgenommen. Die Gewerkschaft ver.di fordert einen Tarifvertrag über Entgeltstruktur und –höhe sowie zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen, wie er zwischen ver.di und der Paritätischen Tarifgemeinschaft e.V. für das Land Sachsen-Anhalt schon im Jahr 2016 abgeschlossen wurde. Die dort getroffenen Regelungen z. B. zur Arbeitszeit, zu Zuschlägen und Zulagen oder zum Weihnachtsgeld sowie die Entgeltordnung nebst Entgelttabellen stellen aus ver.di-Sicht einen guten Standard dar, wenn das Niveau des Öffentlichen Dienstes auch dort noch nicht zu 100% erreicht ist. „Aus unserer Sicht müssen wir in einem aufstrebenden Bundesland wie Brandenburg zu einem Tarifabschluss kommen, der mindestens das Niveau von Sachsen-Anhalt erreicht. Das sieht auch unsere Mitgliedschaft so“, sagt Meike Jäger, Landesfachbereichsleiterin bei ver.di in Berlin-Brandenburg.

Da die Tarifverhandlungen schon seit einem Jahr laufen, fordert ver.di, dass der Tarifvertrag so schnell wie möglich, rückwirkend zum 1. Januar 2018, in Kraft treten muss. Denn, die meisten der zukünftig vom Tarifvertrag betroffenen Beschäftigten warten schon seit geraumer Zeit auf wirksame Entgelterhöhungen; besondere Ungeduld besteht bei jenen Betrieben, bei denen in 2016 schon für einen Tarifvertrag gestreikt wurde bzw. wo schon länger Tarifverträge bestehen und diese in 2017 gekündigt wurden. Die PTG hat angekündigt, den Tarifvertrag erst zum 1. Januar 2019 umsetzen zu wollen. ver.di hat dafür gar kein Verständnis. Eine Einigung zu den Entgelthöhen ist derzeit leider noch nicht in Sicht.

Die Tarifverhandlungen werden am 26.02.2018 in Potsdam fortgesetzt

Informationen:

Die Paritätische Tarifgemeinschaft e.V. (www.ptg-berlin.de)) ist ein Arbeitgeberverband für gemeinnützige Unternehmen und Verbände der Sozialwirtschaft. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind in der PTG im Land Brandenburg acht Unternehmen bzw. Verbände mit dem Status eines Vollmitglieds zusammengeschlossen. Es handelt sich dabei um die folgenden Unternehmen: Volkssolidarität Landesverband Brandenburg; Gemeinnützige Gesellschaft für Alten- und Behindertenpflege mbH Bernau; ASB Altenpflegeheim GmbH, Senftenberg-Brieske; Lebenshilfe Brandenburg – Potsdam e.V.; BWS - Behindertenwerk GmbH, Spremberg; VS Bürgerhilfe gemeinnützige GmbH, Königs Wusterhausen; Volkssolidarität Bürgerhilfe e. V., Königs Wusterhausen und JOB-Spielwerk gGmbH, Teltow.