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Streiktage führen zu Verhandlungserfolg

AWO Berlin

Streiktage führen zu Verhandlungserfolg

Tarifergebnis für Berliner AWO

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Berliner AWO Gliederungen (Landesverband, Kreisverbände sowie AWO pro:mensch) haben sich nach drei intensiven Streiktagen mit durchschnittlich 350 Streikenden pro Tag sowie einem 7-stündigen Verhandlungsmarathon in der vierten Verhandlungsrunde auf ein Tarifergebnis verständigt.

Ab 1. April 2019 sollen die Entgelte auf das Niveau von 93,07 Prozent der aktuellen Tabelle des Tarifvertrages für die Landesbeschäftigten (TV-L) angehoben werden; eine weitere Erhöhung auf 94 Prozent erfolgt im Sept. 2019 und wird somit auch bezogen auf die Jahressonderzahlung wirksam. Das bedeutet eine durchschnittliche Erhöhung von 4,04 bis 6,62 Prozent und das bei einer Laufzeit von 9 Monaten. ver.di-Mitglieder erhalten als zusätzliche Vorteilsregelung, ergänzend zur schon bestehenden ver.di-Vorteilsregelung, in 2019 eine Einmalzahlung von 75€, unabhängig von der Dauer ihrer wöchentlichen Arbeitszeit. Des Weiteren wurde u.a. eine Erhöhung des Nachtzuschlags auf 2,50 Euro pro Std. sowie die Anpassung der Schicht- und Wechselschichtzulage auf die Beträge im TV-L vereinbart. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2019. Aus ver.di-Sicht ist jedoch ein wichtiger Meilenstein erreicht worden – Arbeitgeber und Gewerkschaft werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit de  n zuständigen Senatsverwaltungen für Finanzen sowie Integration, Arbeit und Soziales (als koordinierende Stelle) über die notwendige Finanzierung der von AWO-Beschäftigten geleisteten sozialen Arbeit verhandeln. Vereinbart wurde ein Stufenplan, der sämtliche strukturellen Anpassungen in der Entgeltordnung seit 2017 voll berücksichtigt. Dieser soll nun gegenüber den Kostenträgern gemeinsam vertreten und ausgehandelt werden. Erklärtes Ziel ist es, schnellstmöglich eine voll dynamische Anpassung an die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst in Berlin zu erreichen.

„Seit Jahren hat ver.di die Bereitschaft erklärt, die AWO bei den Verhandlungen mit den Kostenträgern zu unterstützen. Für uns standen bzw. stehen zwei zentrale Ziele im Vordergrund: Wir wollen, dass die Beschäftigten endlich gleiches Geld für gleiche (soziale) Arbeit in dieser Stadt erhalten. Gute Arbeit muss auch entsprechend entlohnt werden. Und wir wollen die Attraktivität der AWO auf dem umkämpften Arbeitsmarkt steigern, um auch langfristig die Arbeitsfähigkeit der Einrichtungen zu erhalten und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen“, so Meike Jäger, ver.di Verhandlungsführerin. „Diesen Zielen sind wir mit diesem Abschluss ein deutliches Stück näher gekommen“.

Das Tarifergebnis steht nun unter dem Vorbehalt der Gremienbeschlüsse und soll so zügig wie möglich umgesetzt werden.

Beim AWO-Landesverband e.V. mit seiner 100%igen Tochter AWO pro:mensch sowie den Kreisverbänden Spandau, Südost und Südwest, Mitte und Spree-Wuhle sind zusammen ca. 1.800 Beschäftigte tätig, die im Bereich der Daseinsvorsorge, zu der u. a. Kitas, diverse Beratungsstellen, Betreuungseinrichtungen für Flüchtlinge, psychisch Kranke oder Kinder-/Jugendliche gehören, eingesetzt sind.