Gesundheits- und Sozialwesen in Berlin-Brandenburg

Tarifverhandlungen mit der AWO in Berlin gestartet

Wohlfahrt

Tarifverhandlungen mit der AWO in Berlin gestartet

Am 1. Februar 2018 haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Tarifgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt in Berlin die Tarifverhandlungen für ca. 1.800 Beschäftigte aufgenommen. ver.di fordert eine Anhebung der Tabellenwerte um mindestens 10 Prozent, womit 95 Prozent des aktuellen Tarifniveaus der Landesbeschäftigten (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder - TV-L) erreicht würde. Des Weiteren fordert ver.di eine sogenannte Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder in den Unternehmen.

„Wir haben im letzten Jahr den Systemwechsel in die Entgeltordnung des Tarifvertrages der Länder gemacht – ein längst notwendiger Schritt, um die Vergleichbarkeit der Einkommen herzustellen. Gelandet sind wir bei 85 Prozent der aktuellen TV-L Tabelle. 15 Prozent Abstand zum Öffentlichen Dienst sind ein Skandal. Schließlich stellen auch die AWO-Beschäftigten mit ihren Leistungen die öffentliche Daseinsvorsorge sicher - in Kitas, Familien- oder Migrationsberatung, Flüchtlingswohnheimen oder ambulanter Pflege“, so Meike Jäger, Landesfachbereichsleiterin für Gesundheit und Soziales bei ver.di in Berlin-Brandenburg.

ver.di erwartet von ihren Verhandlungspartnern, den Geschäftsführer/inne/n des AWO Landesverbandes, der AWO Kreisverbände sowie von AWO pro:mensch, dass sie sich auch bei den Kostenträgern im Sinne der Beschäftigten in der freien Wohlfahrtspflege für eine Aufwertung der sozialen Berufe in Berlin einsetzen.

„In der Verpflichtung sehen wir auch das Land Berlin. Im Koalitionsvertrag wurde den Beschäftigten versprochen, dass die Schere zwischen freien Trägern und öffentlichem Dienst so schnell wie möglich geschlossen werden soll. Dazu sind deutliche Erhöhungen für die Leistungs- und Zuwendungsbereiche notwendig, sonst ist auch in diesen Bereichen schnell mit einem Mangel an Fachkräften zu rechnen“, so Meike Jäger.

Die ver.di-Tarifkommission geht von schwierigen Verhandlungen aus – sieht jedoch die Belegschaft als starke Unterstützung hinter sich.