Wohlfahrt

Warnstreik bei der Berliner AWO

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Warnstreik bei der Berliner AWO

Ca. 300 Kolleginnen und Kollegen haben heute am ersten Warnstreiktag in der Tarifrunde 2018 bei der AWO Tarifgemeinschaft Berlin teilgenommen. Die KollegInnen haben machtvoll ihre Unterstützung für die Tarifkommission gezeigt und signalisiert, dass weitere Streiktage drin sind, wenn die Verhandlungen am kommenden Montag kein neues verhandelbares Angebot der Arbeitgeberseite bringen.

Worum geht es?

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft alle Beschäftigten der Tarifgemeinschaft der AWO-Gliederungen in Berlin am 27. Februar 2018 zu einem eintägigen Warnstreik auf. Die Gewerkschaft fordert die Steigerung der derzeitigen Entgelt-Tabellen auf 95 Prozent des Niveaus des Tarifvertrages der Länder (Tv-L). In den bisherigen zwei Verhandlungsrunden gab es kaum Bewegung; das letzte Angebot lag bei 4,1 Prozent in zwei Schritten in 2018. Mit den Erhöhungen würde lediglich ein Niveau von deutlich unter 90 Prozent des TV-L erreicht.  Die 3. Tarifrunde soll am 05. März 2018 stattfinden. Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten der Arbeitgeberseite deutlich machen, dass sie mit dem bisherigen Angebot nicht zufrieden sind und ein deutliches Unterstützungssignal an ihre Tarifkommission senden.

„Nach dem schwierigen Systemwechsel in 2017 von der Entgeltordnung der AWO in die Systematik des TV-L, der für viele Beschäftigte zunächst kaum oder gar keine finanziellen Verbesserungen gebracht hat, erwarten die Mitarbeiter/innen eine deutliche Steigerung ihrer Entgelte. Die Arbeitgeberseite hat immer wieder betont, dass eine rasche Angleichung an das Niveau des öffentlichen Dienstes angestrebt wird. Das jetzige Angebot bedeutet jedoch für die Beschäftigten eher einen Rückschritt, der Abstand zum TV-L würde sich wieder weiter vergrößern“, so Meike Jäger, ver.di-Fachbereichsleiterin und Verhandlungsführerin.

Die AWO Gliederungen AWO Landesverband e.V. mit seiner 100%igen Tochter AWO pro:mensch sowie die Kreisverbände Spandau, Treptow-Köpenick, Südost und Südwest, Mitte und Spree-Wuhle beschäftigen zusammen ca. 1.800 Beschäftigte im Bereich der Daseinsvorsorge, wozu u. a. Kitas, diverse Beratungsstellen, Betreuungseinrichtungen für Flüchtlinge sowie für psychisch Kranke oder Kinder-/Jugendliche gehören. Das Niveau der Entgelttabellen liegt derzeit bei im Durchschnitt ca. 87 Prozent der aktuellen TV-L Tabelle. Der Senat hatte im Koalitionsvertrag versprochen, dass die Einkommensschere zwischen Öffentlichem Dienst und freien Trägern so schnell wie möglich geschlossen werden soll. Dazu sollen schon mit dem Doppelhaushalt 2018/2019 Verbesserungen im Leistungsbereich bei den Kitas sowie bei Zuwendungsbereichen eingeleitet werden. ver.di kritisiert im Übrigen auch hier, dass die Maßnahmen für eine bessere Refinanzierung der freien Träger durch das Land viel zu langsam eingeleitet und umgesetzt werden.

Hinweis:
Aufgerufen werden die die Beschäftigten der AWO-Gliederungen ab Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht. Das Streiklokal ist in der ver.di-Bundesverwaltung (Saal AIDA), Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, wo sich die Streikenden ab 9.00 Uhr versammeln und die Gelegenheit besteht, mit den Streikenden persönlich zu sprechen.