Charité

Charité droht Streik der Therapeuten

Charité

Charité droht Streik der Therapeuten

An der Charité drohen Streiks der Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Masseure. Die Berufsgruppen wurden zum Zweck des Lohndumpings in die Tochterfirma Charité Physiotherapie und Präventionszentrum GmbH (CPPZ) ausgegründet. Sie verdienen aktuell ca. 500 bis 900 Euro pro Monat weniger als die Beschäftigten der Charité, die nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bezahlt werden. Die Beschäftigten fordern die Bezahlung entsprechend des TVöD. Die Geschäftsführung hatte zuletzt zwar Lohnerhöhungen angeboten, weigert sich aber, über eine schrittweise Angleichung an den TVöD zu verhandeln. Sie will stattdessen sogenannten marktorientierte Löhne zahlen. „Um vor den nächsten Verhandlungen am 28. November die Entschlossenheit der Beschäftigten deutlich zu machen, bereitet ver.di nun Warnstreiks vor. ver.di rechnet mit breiter Beteiligung der Belegschaft, sollte die Geschäftsführung ihre Blockadehaltung beibehalten“, sagt ver.di-Verhandlungsfüh rer Kalle Kunkel.

„Die Orientierung an einem ominösen Marktlohn hat im Gesundheitswesen in den letzten Jahren schon viel Unheil angerichtet. Die Charité ist erst im Jahr 2017 in den öffentlichen Arbeitgeberverband eingetreten mit der Behauptung den TVöD stärken zu wollen. Gleichzeitig werden Beschäftigte, die zur Kernbereich der Krankenversorgung gehören weiterhin abgewertet. Das nehmen die Kolleginnen und Kollegen nicht weiter hin“, erklärt Kathleen Johannes, Mitglied der ver.di Tarifkommission. Zugleich fordern die Beschäftigten den Ausschluss sachgrundloser Befristungen an der CPPZ. Dies hatte der Berliner Senat den landeseigenen Unternehmen eigentlich vorgeschrieben. Die Vorgabe wird an der Charité aber nicht umgesetzt. „Im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag für Berlin hat die Koalition angekündigt, sich für die Angleichung der Löhne in den Tochterunternehmen an den TVöD einzusetzen. Wenn das nicht einmal für einen kleine Berufsgruppe klappt, bei der das Lohndumping inzwischen auch zu Fachkräftemangel führt, dann sind diese Ankündigungen das Papier nicht wert auf dem sie stehen“, so Kalle Kunkel.

  • 1 / 3

Weiterlesen

Mehr Informationen