Charité

Mahnwache beim Virchow-Klinikum

Charité Facility Management (CFM)

Mahnwache beim Virchow-Klinikum

Mit einer Mahnwache vor dem Eingang des Virchow-Klinikums in der Amrumer Straße wollen die streikenden Beschäftigten der Charité-Servicegesellschaft CFM auf den Einsatz von Streikbrechern und fortgesetzte Einschüchterungen durch Vorgesetzte aufmerksam machen. Mit der Aktion, die rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche stattfindet, suchen die Streikenden das Gespräch mit Patientenbesuchern, Beschäftigten der Charité und nicht streikenden CFM-Mitarbeitern.

Nach wie vor werden CFM-Beschäftigte mit Outsourcing und Arbeitsplatzverlust bedroht, wenn sie sich am Arbeitskampf beteiligen. „Während einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus am Mittwoch, dem 26. August, hat der Staatssekretär Steffen Krach für den Senat erklärt, dass der Senat solches Verhalten nicht toleriert und das Streikrecht nicht ausgehebelt werden darf“, erklärte ver.di-Streikleiter Marco Pavlik am Montag in Berlin. Staatssekretär Krach habe einer Abordnung der Streikenden versichert, dass der Senat zu der Koalitionsvereinbarung steht, in der es auch heißt, dass alle landeseigenen Tochterunternehmen – so auch die CFM – den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bekommen sollen. Krach habe konkret in Aussicht gestellt, die Tarifbindung in drei Schritten zu realisieren, wenn das Parlament die erforderlichen Mehrkosten dafür bereitstellt und erklärt, er erwarte dazu eine Initiative aus den Koalitionsfraktionen.

Mit der Mahnwache wollen die Beschäftigten auch darüber aufklären, dass nach Ansicht von ver.di in der CFM geltendes Recht gebrochen wird. Obwohl es ausdrücklich verboten ist, Leiharbeitnehmer als Streikbrecher einzusetzen, macht die Geschäftsführung genau das – und die Leasingunternehmen spielen mit. Traurig ist auch, dass offensichtlich der „Arbeiter-Samariterbund“ als Streikbrecher fungiert und verstärkt Fahrten im Krankentransport für die CFM ausführt.

„Wir fordern vom Eigentümer, dem Senat von Berlin, dass dieser sein bisheriges Wegducken im Konflikt um die CFM beendet und sich zu seiner Verantwortung bekennt“, betont Pavlik.

Die Charité Facility Management GmbH (CFM) war 2006 von der Charité als Tochterfirma ausgegründet worden – mit dem Ziel, Lohn- und Sozialdumping zu betreiben. Jahrelang war die Billigtochter CFM ein Public-Private-Partnership-Projekt und tariflos. Seit dem 1. Januar 2019 ist sie wieder eine 100-prozentige Tochter der Charité. Die CFM beschäftigt rund 2.500 eigene Beschäftigte, die von den Tarifverhandlungen und dem Konflikt betroffen sind. Außerdem arbeiten bei der CFM auch sogenannte gestellte Mitarbeiter*innen, die arbeitsvertraglich zur Charité gehören und dem dort geltenden Tarifvertrag unterliegen. Die CFM erbringt an den Charité-Standorten diverse technische und logistische Dienstleistungen wie z.B. Abfallentsorgung, Krankentransporte, Reinigung, Sterilisation und die gesamte Essensversorgung für die Patient*innen.

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