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Bessere Arbeitsbedingungen

Klinikum Ernst von Bergmann

Bessere Arbeitsbedingungen

Beschäftigte protestieren für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen

Am kommenden Mittwoch, dem 30. Januar 2019 protestieren Beschäftigte des Klinikum Ernst von Bergmann für die Verbesserung Ihrer Arbeitsbedingungen. Die Aktion, zu der die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufgerufen hat, findet ab 14:30 Uhr am Haupteingang des Klinikums Ernst von Bergmann statt. Anschließend geht es dann als Protestzug zum Rathaus Potsdam.

Seit Monaten wird in der Klinik weit über das Limit der Beschäftigten hinaus gearbeitet. Es gibt viele personelle Ausfälle, zudem herrscht ein hoher Krankheitsstand bei den Pflegekräften. Im Jahr 2018 haben allein 2221 Mitarbeiter des Klinikums im Potsdam und 206 Mitarbeiter des Klinikum Westbrandenburg eine Gefährdungsanzeige (wegen Überlastung) verfasst. Die hohe Zahl an Gefährdungsanzeigen ist ein deutlicher Hinweis auf die Überlastung der Beschäftigten und darauf, dass die Qualität der Pflege stark gefährdet sein könnte.

Die Beschäftigten fordern mehr Personal, kein Holen aus dem Frei, keine Leasingkräfte, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, keine Mitarbeiter zweiter Klasse und Schluss mit den Ausgliederungen. Auch die Beschäftigten der Poliklinik Ernst von Bergmann GmbH beteiligen sich an der Protestaktion. Sie sollen innerhalb der Klinikgruppe den Arbeitgeber wechseln. Betroffen sind alle Therapeuten, Optometristen und Optiker, Prämedikationsassistenten und ein Teil der Medizinischen Fachangestellten. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten als unternehmensinterne Leiharbeiter oft bereits seit Jahren auf demselben Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmensteil der Klinikgruppe Ernst von Bergmann. Nun werden die betroffenen Beschäftigten der Poliklinik zum Unterschreiben neuer Arbeitsverträge gedrängt. Für viele stellen sich die neuen Vertragsbedingungen viel ungünstiger dar.

Grund für die derzeitige Entwicklung ist der Personalmangel und die nicht ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser. Mit ihrer Aktion appellieren die Beschäftigten an die Stadtverordneten im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Potsdam, dafür Sorge zu tragen, dass die notwendigen Investitionskosten für die Krankenhäuser des Landes Brandenburg ausreichend finanziert werden. Ansonsten befürchten sie in naher Zukunft den Kollaps der medizinischen Versorgung. Um diese Entwicklung zu stoppen, hoffen die Beschäftigten auf die Unterstützung durch die Stadtverordneten und ein Bekenntnis zu ihrer sozialen Verantwortung in der Stadt Potsdam.