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Austausch der Charité TherapeutInnen mit den Vivantes TherapeutInnen

Austausch der Charité TherapeutInnen mit den Vivantes TherapeutInnen

Am 18.10.2016 trafen sich die Betriebsgruppe der Charité TherapeutInnen unter Leitung des
Gewerkschaftssekretärs Kalle Kunkel mit dem Aktionsbündnis der Vivantes TherapeutInnen bei ver.di
erstmals zu einem Austausch.
Die Charité TherapeutInnen wurden 2009 in eine 100 %- ige Tochter der Charité ausgegliedert. Sie
trägt den Namen Charité Physiotherapie und Präventionszentrum GmbH (CPPZ). Es gibt derzeit
knapp 200 MitarbeiterInnen: PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, SporttherapeutInnen und
Anmeldekräfte, davon ca. 80 von der Charité in die Tochter gestellte Mitarbeiter. Sie arbeiten in den
Charité - Standorten Mitte, Virchow und Benjamin Franklin. Als GmbH ist ein Betriebsrat für die
KollegInnen gewählt worden, während in der Mutter Charité ein Personalrat die Belegschaft vertritt.
Damit gibt es rechtlich für die Mutter und Tochtergesellschaften keine gemeinsame
Beschäftigtenvertretung im Gegensatz zur Vivantes GmbH, wo der Betriebsrat die Zuständigkeit
auch für die Tochtergesellschaft Vivantes Therapeutische Dienste (VTD) durchgesetzt hat. Die
KollegInnen im CPPZ werden befristet eingestellt, erhalten keinen tariflichen Lohn, während in der
Mutter der TV-C (Tarifvertrag Charité) gilt. Die Entgelte der CPPZ-MitarbeiterInnen betragen bei
einem Einstiegsentgelt von 1800 € bis zu 2200€ brutto weniger als die Gestellten mit TV-C. Auch sie
arbeiten mit den Gestellten in einem Team.
Aufgrund des Fachkräftemangels ist der Arbeitgeber immer häufiger gezwungen, ein höheres BruttoEinstiegsentgelt anzubieten. Dadurch entsteht eine zusätzlich groteske Situation: neu eingestellte
MitarbeiterInnen bekommen teilweise mehr, als die KollegInnen, die sie einarbeiten. Urlaub gibt es 4
bis 6 Tage weniger als bei den Mutterbeschäftigten. Die Mitarbeiter-Fluktuation ist sehr hoch (30-
50% im Jahr). Es gibt auf Arbeitgeberseite scheinbar Überlegungen, das Geschäftsfeld der CPPZ
GmbH auf das von Vivantes auszudehnen.
Die TherapeutInnen von Vivantes haben in dem Gespräch ihre Erfahrungen im Kampf um die
Rückführung der Töchter in die Muttergesellschaft und für ihre Forderungen nach TVöD für alle
(Vivantes ist ein Betrieb!) eingebracht. Die KollegInnen von Vivantes und Charité werden sich weiter
treffen, um gemeinsam zu diskutieren, wie sie für ihre berechtigten Forderungen handeln können,
eine Diskussion, die auch in ver.di geführt werden muss!
Charlotte Rutz-Sperling