Nachrichten

Erster Mai 2021 zum zweiten Mal im Zeichen der Pandemie

Tag der Arbeit 2021

Erster Mai 2021 zum zweiten Mal im Zeichen der Pandemie

Euer ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg zum Tag der Arbeit 2021
Frank Wolf (Landesbezirksleiter) Christian v. Polentz Frank Wolf  – Landesbezirksleiter Berlin-Brandenburg


Zum zweiten Mal steht der 1. Mai im Zeichen der Pandemie, zum zweiten Mal sind die Maiveranstaltungen abgesagt worden bzw. können nur unter stark eingeschränkt stattfinden. „ver.di betrachtet die gegenwärtige Krise mit großer Sorge. Seit fast einem Jahr sind verschiedene Branchen, die wir vertreten, teilweise oder komplett im Lockdown. Dazu gehören zum Beispiel die Veranstaltungsbranche, die Tourismus- und Freizeitbranchen, Teile des Verkehrssektors. Weite Teile des Einzelhandels sind ebenfalls seit längerer Zeit geschlossen. Wir befürchten, dass es in diesen und auch anderen Branchen zu Unternehmenspleiten und Personalabbau kommen wird. Wir beobachten, dass die staatlichen Unterstützungen an vielen Stellen nicht ausreichen und vermutlich die drohenden Pleitewellen nicht verhindern können“, sagt ver.di-Landesbezirksleiter Frank Wolf.

Zunehmend schwieriger wird auch die Situation in den Kranken- und Pflegebereichen. Von dort mehren sich die Signale, dass aufgrund der anhaltenden hohen Arbeitsbelastung immer mehr Beschäftigte über einen Ausstieg aus der Branche und einen Berufswechsel nachdenken. „Wenn dieser Trend anhält, wäre das für die Gesundheits- und Pflegeberufe eine Katastrophe, denn schon vor der Pandemie herrschte hier auch in Berlin akuter Fachkräftemangel. ver.di fordert daher von den politisch Verantwortlichen ein stärkeres Engagement zugunsten der Beschäftigten, mehr Anerkennung, die sich in verbesserten Arbeits- und Einkommensbedingungen widerspiegeln muss“, so Frank Wolf.

Durch die Corona-Krise verändert sich die Arbeitswelt immer schneller und sehr tiefgreifend. Die Pandemie wirkt hier wie ein Beschleuniger für die Digitalisierung. Das digitale Arbeiten bringt den Beschäftigten zwar auch Vorteile, ist aber auf der anderen Seite mit starken Veränderungen verbunden. „Wir müssen uns auf neue Arbeitsweisen, neue Technik, neue Software und neue Anforderungen einstellen. Aber wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen die Veränderungen nicht wortlos hinnehmen. Wir können mitgestalten und mitbestimmen. Wir können dafür sorgen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht der Willkür von Arbeitgebern ausgesetzt sind. Wir können dafür sorgen, dass vernünftige Fort- und Ausbildungen angeboten werden, damit die Kolleginnen und Kollegen für die neuen Anforderungen am Arbeitsplatz fit gemacht werden“, sagt Frank Wolf.

Nicht zuletzt steht ver.di auch weiterhin für bessere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Starke Gewerkschaften kämpfen für die Interessen der Beschäftigten. Solidarität zu zeigen, ist daher auch am 1. Mai 2021 wichtig.

Solidarität ist Zukunft: Tag der Arbeit 2021 DGB Solidarität ist Zukunft: Tag der Arbeit 2021


Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai 2021 - Tag der Arbeit

Mai-Aufruf 2021: Solidarität ist Zukunft

Du? Sie? Er? Ich? Nein: WIR!
Wenn wir in den langen Monaten der Pandemie eines gelernt haben, dann das:  Niemand bewältigt diese Krise allein. Nur als Wir, nur wenn wir gemeinsam handeln, finden wir den Weg in eine gute Zukunft. Mit guten Arbeitsbedingungen für alle in einer gesunden Umwelt. Nur gemeinsam mit allen Beschäftigten und mit Unternehmen, die ihrer gesellschaftliche Verantwortung  gerecht werden und nicht auf schnelle Profite setzen, wird es uns gelingen rasch die Krise zu überwinden.

Nur gemeinsam werden wir die weitere Spaltung der Gesellschaft verhindern. Wenn nicht jeder nur an sich denkt, sondern wenn wir füreinander einstehen, werden wir unsere Demokratie stärken. Solidarität ist für uns kein Fremdwort sondern gelebter Alltag. Nicht nur am 1. Mai, an jedem Tag im Jahr!

Solidarität ist die Zukunft der Arbeitswelt: Die Beschäftigten sind dort viel besser durch die Krise gekommen, haben mehr verdient und sind besser geschützt, wo sich viele in Gewerkschaften organisieren. Denn in solchen Betrieben konnten und können sie sich gegenseitig unterstützen, mitbestimmen und für gute Tarifverträge kämpfen. Und nur gemeinsam können wir die Transformation der Arbeitswelt im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestalten.

Solidarität ist die Zukunft des Sozialstaats: Nicht der Markt hat uns durch die Krise geholfen, sondern ein starker Sozialstaat.   Deswegen gilt es nach der Krise mehr denn je, den Sozialstaat zu stärken und auszubauen. Unsere Systeme der sozialen Sicherung müssen allen ausreichenden Schutz bieten. Facharbeitern und Angestellte  genauso wie Soloselbständigen und Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Solidarität ist die Zukunft der Bildung: Kinder aus reichem Elternhaus kommen oft besser durch die Krise als die aus armen Verhältnissen. Sie haben die nötigen Computer und oft auch mehr Unterstützung. Das darf nicht so bleiben. Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wir brauchen ein gut finanziertes, technisch und personell gut ausgestattetes öffentliches Bildungssystem für alle.

Solidarität ist die Zukunft für Menschen: Viele Frauen haben gezwungenermaßen neben der Arbeit zusätzlich viel mehr Aufgaben in der Familie übernommen, sie haben einen Rückfall in alte Geschlechterrollen erlebt. Solidarisch ist, wenn Frauen und Männer dieselben Chancen in Arbeitswelt und Gesellschaft haben – und in Familien dieselbe Verantwortung für Sorge- und Erziehungsarbeit übernehmen.

Solidarität ist die Zukunft für Deutschland und Europa:  Die Brücken bröckeln, viele Schulen müssen renoviert, das Internet schneller werden. Wir und unsere Nachbarländer müssen endlich mehr in die Zukunft investieren – in Infrastruktur, in Bildung, in Soziales, in Digitalisierung, bezahlbares Wohnen, nachhaltige Mobilität. Und natürlich müssen Vermögende und Superreiche stärker als bisher an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden

Solidarität ist kein Luxus, den wir uns in guten Momenten mal kurz leisten sollten. Sie ist das Mittel  gegen Hetze und Spaltung, sie verhindert die Ausgrenzung von Menschen und sie nimmt Menschen die Angst, zurückgelassen zu werden. Sie hilft damit gegen die extreme Rechte und Verschwörungsideologen. Solidarität ist das Fundament der Demokratie. Am Tag der Arbeit  reden wird darüber – vor Ort und digital. Solidarität ist Zukunft!