Tarifvertrag Entlastung

Charité erneut im Streik

Krankenhäuser und Pflege

Charité erneut im Streik

ver.di kämpft weiter für Entlastung

 
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten der Charité zum Streik aufzurufen. Anlass sind die festgefahrenen Verhandlungen über die Verbesserung und Weiterführung des Tarifvertrages für Gesundheitsschutz (TV- GS). Aus Sicht der Gewerkschaft muss der Druck erhöht werden, um entsprechende Bewegung auf der Arbeitgeberseite zu erzeugen.

Zum Streik sind alle Beschäftigten an allen Standorten der Charité (Benjamin Franklin, Mitte und Virchow, Buch) aufgerufen. Der Streik startet ab Montag, dem 18. September 2017 mit Beginn der Frühschicht. Patienten müssen wegen des Streiks mit einer eingeschränkten Versorgung, so zum Beispiel der Verschiebung planbarer Operationen, an den drei Krankenhaus-Standorten der Charité rechnen. Leider hat die Charité das ver.di-Angebot, eine Notdienstvereinbarung zu vereinbaren, abgelehnt. Ungeachtet dessen ist mit einer Gefährdung von Patienten wegen des Streiks nicht zu rechnen.

ver.di hat den befristeten Tarifvertrag zu Ende Juni auslaufen lassen, weil die in 2015 durchgesetzten Regelungen zur Entlastung des Personals nur unzureichend umgesetzt wurden. Die Kritik, vor allem aus dem Kreis der Pflegenden, richtet sich gegen die unzureichende Personalausstattung auf den Stationen und vielen Funktions- und Arbeitsbereichen. Verärgerung besteht über den inkonsequenten Umgang des Führungspersonals mit den im Tarifvertrag festgelegten Richtlinien; Maßnahmen zur Vermeidung bzw. zum Ausgleich von Überlastung wurden nur unzureichend bzw. oft auch gar nicht eingeleitet. Daher sollen jetzt, neben eindeutigen Besetzungsvorgaben auch konkrete Sanktionsmöglichkeiten durchgesetzt werden.

„Verbindliche Kriterien für die Besetzungsplanung und einklagbare Maßnahmen zur konkreten Entlastung sind erforderlich, um endlich gesunde Arbeitsbedingungen, die immer auch mit einer sicheren Patientenversorgung einhergehen, herzustellen“, so Meike Jäger, ver.di-Landesfachbereichsleiterin für Gesundheit und Soziales.